Wir haben unser Abenteuer in verschiedene Etappen eingeteilt – mit dem Erreichen der Kanaren haben wir die erste Etappe erreicht. Deswegen möchten wir eine kleine Zwischenbilanz erstellen; eingeteilt in die Rubriken der folgenden drei Blogs.

Zahlen: 

Von Deutschland bis zu den Kanaren sind wir seid gut drei Monaten unterwegs. Von den 95 Reisetagen waren wir 44 auf dem Wasser und an 51 Tagen haben wir Land und Leute erkundet. Wir hatten 10 Nachtfahrten. Insgesamt schätzen wir ein, dass die Zeit ausreichend war, wobei das individuell anders gesehen werden kann. Wir hatten genügend Zeit, um vorhergesagtes schlechtes Wetter abzuwarten; wir hatten keinen Zeitdruck „im Nacken“. Aber echt… wir haben Segler kennengelernt, die bleiben wochenlang in einem Hafen. Das ist immer noch für uns unvorstellbar – nach ein paar Tagen ist ein Hafen für uns „fertig“ – vielleicht fehlt uns dafür noch die richtige Einstellung. Die Reise „zur Langsamkeit“ ist weiter als unsere Meilen – ob wir das je erreichen…

Wir sind bis hierher rd. 3.000sm gesegelt und haben in sieben Ländern 43 Häfen oder Ankerbuchten besucht. Dadurch, das die Ankerfreude bei uns etwas „gebremst“ war, haben wir rund 2.500 EUR an Hafengebühren gezahlt. Diesen Betrag kann man sicherlich deutlich reduzieren. Die höchsten Hafengebühren wurden in Südengland  und auf Madeira verlangt; gefolgt von Galicien und dann Portugal.

Wind und Wellen: 

Die minimale und maximale Windstärke in Knoten haben wir seit Beginn an im Logbuch erfasst. Die Angaben im Logbuch sind immer der wahre Wind. Dreimal hatten wir für eine kurze Zeit Wind um die 30 Knoten; was aber niemals eine schwierige oder unsichere Situation ausgelöst hat. Zu wenig Wind – so dass wir nicht mehr Segeln konnten – hatten wir nur sehr selten. Das verdanken wir aber vor allem den guten Segeleigenschaften von unserem Boot… und der großen Freude vom Kapt’n unsere „Spielkumpels“ (Genacker und Code Zero) einzusetzen.

Die Wellen sind echt anders als unsere gewohnten Ostseewellen. Ab der Biskaya wurden die Wellen meistens angenehmer – einfach länger. Nicht immer waren sich Wellen und Wind einig… das war blöd. Insgesamt haben wir keine unglaublich hohen Wellen erlebt; aber ich wage keine Einschätzung über die Höhe der Wellen – bis zu 3-4m?

Unsere GARLIX

Mit unserer XP44 haben wir sicherlich nicht das typische „Langzeitboot“, um so mehr möchten wir betonen, dass wir mehr als super zufrieden mit unserer „X“ sind und das, obwohl wir vollgepackt bis „unters Dach“ sind.

Zur Zeit können wir echt nichts Negatives über die Segeleigenschaften sagen. Wir haben sie getestet bei den aufgeführten Windstärken – aus echt jeder Richtung der Wellen. Es gibt ja Leser – die meinen, dass wir rasen. Stimmt vielleicht – aber wir kommen schnell raus… aus der Windstille und auch aus dem stärkeren Wind. Also – da gibt’s nichts zu meckern. Im Gegenteil, wir sind mehr als zufrieden, wie die X die Wellen nimmt. Es gibt kein „Gerumse“ und kein „fest fressen“ in den Wellentälern – sie geht durch – und unsere Mägen merken es (bisher) kaum. Obwohl ich dazu sagen muss, dass ich bisher immer auf den längeren Strecken mit meinem Scopoderm Pflaster „gedopt“ war. Allerdings habe seit einigen Wochen beschlossen, dass man diese teuren Dinger mehrfach verwenden kann… ich weiß also nicht mehr, was mehr wirkt, dass Pflaster, oder die Einbildung.

Wenn ich diese zwei „seichten“ Absätze schreibe, flitzt gleich wieder „Freund Fuzzi“ auf die Schulter und flüstert… na – ihr habt noch nicht das RICHTIGE Wetter erlebt. Kann sein, genau deswegen schreibe ich es so „seicht“. Wir hatten noch kein richtiges schweres Wetter. Man, man – ich will es eigentlich nicht erleben!

Unsere Technik und Pflege des Bootes

Leute – ich kann gar nicht genug betonen und mich drüber freuen, dass Jens einfach NIEMALS aufgibt, wenn ein kniffliges Problem ansteht! Da kommt z.B. solch eine Kurzwellen – Funkanlage an Bord.. in Kisten; Zeit für den professionellen Einbau gibt es nicht mehr… und der kleine Nebensatz… „also, das wirst du wohl nicht hinbekommen“ – reicht. Er vergräbt sich stundenlang in Fachliteratur, fragt und fummelt  hier und da, egal wenn es Wochen dauert… – jetzt geht es.

Wenn wir nicht gerade am Aufbau der Technik sind, findet sich immer etwas zum reparieren. Wenn das nicht, gilt es den Kampf gegen den Rost aufzunehmen. Hier rostet alles – also „wehret den Anfängen“.

Ansonsten segeln wir mit der aufgeführten Technik. Ergänzungen gab es nicht; wir finden es ist ausreichend gut. Wir testen weiter – und werden berichten.

Die Zwischenbilanz Teil II wird über die „Verfügbarkeiten in den Ländern und deren Sicherheit“ berichten.

Bis dahin – Eure GarliXe

Ach – nur mal nebenbei… Jens klickert schon in den Listen der ARC über Kapverden rum…“da segelt auch eine First 47…“ – oh, oh – Vorhin wollte ich mir eine Auflaufform aus Glas kaufen… kam der Satz… „Tauchboote werden zur ARC nicht zugelassen“. Ihr seht – ich hab’s auch nicht einfach… aber ich hab’s mehr als gut!