Tour: Darwin – Lombok, gesamt ca. 950sm, noch ca. 650 sm 3.9.15 unterwegs nach Lombok

Wind! Pünktlich zum Start am 1.9. haben wir 10kn Wind; dann noch von vorne! Ich beschreibe mal kurz diese Zeit um den Start. Von 6:30 – ca. 10:00 werden alle Boote aus dem Hafen geschleust. Dann verfallen alle in eine Art Lethargie vor Anker bei über 30° Hitze und keinem Wind. Die Wäsche hängt draußen, alle frühstücken und könnten jetzt schon duschen. 11:00 ist der Start. 10:15 ein Hauch Wind… och, woher?

10:30 noch 1-2kn mehr – alles von Vorne. 10:40 – Jens Segelfreude erwacht; und er sucht krampfhaft I-Regatta auf dem I-Pad. Das ist solch Programm, welches den optimalen Start errechnet. Vorher muss die Startlinie abgefahren werden – dann wird es ernst. Bisher rührt sich niemand im Ankerfeld. Wir haben 8-10kn Wind, welche Freude. Das Programm wird gefunden, wir gehen Anker auf – Startlinie abmessen. Alle anderen erwachen auch langsam, aber dank des tollen Programms sind wir die ersten über der Startlinie. Mein Beitrag war: Ich habe die Wäsche abgenommen. Wie sieht das denn auch aus… Zur Orientierung für alle – vor uns liegen 1.000sm und wir finden es immer noch sehr wichtig, Sekunden genau über der Linie zu sein – Jens aber wesentlich mehr als ich. Wen überrascht das jetzt!?

Nach langer Zeit kreuzen wir die ersten drei Stunden aus der Bucht von Darwin raus. Kreuzen!! – GarliX freut sich. Bei diesem Wind und mit dem leichten Boot sind wir damit sehr weit vorne und die Wäsche wird auch trocken.  Wir segeln vorbei an solch abenteuerliche Namen wie Timor, Sawu, Pulau Sumba. Hinter uns liegt Papua New Guinea – das klingt doch am Besten – finde ich.

Von Asien erleben wir nicht sehr viel. Sehr viele Segler pausieren hier und erkunden auch noch die anderen asiatischen Länder. Aber mehr Zeit lässt unser Zeitplan nicht zu. Wir sind sehr stark abhängig von den Hurrikan- und Tradewindzeiten der einzelnen Meere. Sowie man in‘s Stocken gerät und doch irgendwo länger verweilt, kann sich die Gesamtzeit schnell um mindestens ein Jahr verlängern. Nun sind schon zwei Tage vergangen und wir schleichen mehr oder weniger über den Indischen Ozean. Immerhin kommen wir vorwärts; was ich als sehr freundlichen Empfang empfinde. Bei Sonne, wenig Wellen und Wind versuchen wir Südtimor nicht zu rammen (war ein Witz).

Unsere geschätzte Ankunftszeit schaffen wir nie; das wird hier wohl das langsamste Leg überhaupt werden. Zu tuen ist nicht viel. Der Wind kommt von vorne mit 6-9kn; da können wir unsere treuen Segelbegleiter – Code Zero oder Genacker – gut im Kasten lassen.Einzige Aufregung bringt uns die australische Küstenwache; die gestern in atemberaubender Tiefe über unser Boot flog. Sie rufen alle Boote einzeln an und kontrollieren, ob wir hier rechtmäßig lang segeln. Das letzte Mal wurden wir von einem Flieger vor Kolumbien angerufen; eine halbe Welt ist das jetzt schon her!

Schönen Tag Euch – Eure GarliXe