Guten Morgen, es ist Sonntag um 6:00 UTC – noch früh am Tag. Draußen ist es “zappen dunkel”. Gestern wurden wir von der Aufregung der vielen Squalls entschädigt. Es waren nur noch wenige die vorbei zogen. Diese laufen immer nach dem gleichen Muster ab:
1. sehen mächtig gruselig aus,
2. extreme Winddreher,
3. meistens Regen,
4. Menge, Menge Wind
5. alles beruhigt sich wieder, Wind dreht zurück und alles ist wieder gut.

Vorsichtshalber nimmt man Segel weg – alles gegen die Langeweile. Gut ist, dass man diese “Dinger” auch auf dem Radar sieht. Obwohl der Squall an sich nur einige Minuten dauert, ist man insgesamt gut 1h oder mehr damit beschäftigt. So ganz kalt lässt einen das ja nicht – diese dicken fetten bösen Wolken – und man hofft so vor sich hin, dass sie hinter einem vorbei ziehen.
Jetzt möchte ich kurz darauf eingehen, warum wir das mit der ARC machen; im Massenpulk von weiteren 50 Booten. Welcher Gedanke hat Vorrang – Regatta oder Sicherheit? Es gibt sicherlich auch nicht wenige Segler, die rümpfen “die Nase” – nicht individuell genug und so.
Zunächst, Regatta ist ja immer, wenn sich zwei Boote treffen. Bestes Beispiel die Klappbrücke in Greifswald, wenn man zur bevorzugten Zeit – Samstag um 10:00 oder um 11:00 gemeinsam mit 20 weiteren Booten durch die Brücke geht. Da gibt es wohl kaum einen Skipper den das völlig kalt lässt.
Nun eine “Regatta” über den Atlantik – schon weit hergeholt. Schon allein unsere – und die der aller meisten Boote – Besatzung schließt das aus. Klar gibt es eine Bewertung, festgelegte Verrechnungswerte usw… Man freut sich auch, wenn man nicht im letzten Pulk mit segelt, sondern irgendwie vorne mit mischt. Wesentlich größer ist aber z.B. die gestrige Freude darüber, nach zwei Tagen wieder ein AIS Signal zu sehen – und dann noch einer von der ARC Flotte. Da begrüßt man sich per Funk, wünscht sich eine gute und ruhige Nacht und ist Standby, sollte es Probleme geben. Obwohl man sich nicht wirklich kennt, so fördert diese ARC-Idee eine größere Verbundenheit. Durch den täglichen Meldereport vom ARC Office wissen wir, dass irgendwie um die 20 Boote im Abstand von rd. 50 sm um uns sind. Auch hören wir uns täglich per Funk – wie ist das Wetter, Standort, alles klar? Das ist sehr beruhigend – es ist schon ein komisches Gefühl 2.100sm vor und unter einem müssen bezwungen werden und das wir Greenhörner!!

Klar macht es dennoch Spaß, ein wenig um die Wette zu segeln – was hier auch alles für Boote dabei sind!!! Auf jeden Fall könnten wir weiter vorne sein – würden wir manche Tabus aufgeben. Z..B. ist es ein Tabu für uns, den Genacker über Nacht oben zu haben. 160qm in der Nacht alleine auf dem Vorschiff bergen müssen – das ist uns zu gefährlich. Aktuell haben wir sogar den CodeZero für die Nacht abgewählt. Diesen kann man zwar super von achtern zusammenrollen, aber runter bekommt man ihn nur, wenn man nach vorne geht.
Wenn irgendwas in der Nacht am Vorschiff nicht in Ordnung ist – z.B. elendiges Durcheinander der Schoten (durch das ständige auf und zu der Fock), dann bleibt es bis zum Morgen. Wir gehen nicht allein auf das Vorschiff!!! – und der Schlaf der Crew ist nach Möglichkeit heilig. Soviel zur Regatta – es ist Freude dabei, aber die Sicherheit hat Vorrang!!!

Tja – und dann diese organisierten Events der ARC, da kann man geteilter Meinung sein. Aber eindeutig – WIR sind froh darüber. Wir waren überrascht und erfreut, was auf den Kapverden alles organisiert war. Das erleben sicherlich nicht viele Crews, die allein losziehen. Alles in Allem – wir sind jetzt begeisterte ARC’ler.
Übrigens, heute (am 23.11.) starten weitere 250 Boote aus Las Palmas in Richtung St. Lucia. Wir sind also nicht allein!!!

Bis demnächst – Eure GarliXe