Nach einem durchaus holprigen Beginn unseres Abenteuers, haben sich die Tage in ihrer Schönheit und Segelintensität täglich gesteigert… wir haben wieder einmal diese schönsten Tage erlebt…. wenn es das gibt, so immer wieder. Das Wetter und der Wind haben sich nach diesem ersten Tag zu einem stabilen Passatwind entwickelt; nur leicht schwankend zwischen N – ONO – NO – Wind. Bei Sonne, blauem Himmel, Fliegenden Fischen und Delfinen… das kann doch nur gut sein! Wir haben von 3-35kn Wind alles erlebt; die letzten 3 Tage aber stabile 15-20kn Wind. Die Sache mit der Passatbesegelung direkt vorm Wind haben wir nicht getestet – sondern sind altbewährt vorm Wind gekreuzt. Zwei Tage komplett mit Genacker. Dadurch hatten wir wohl auch wesentlich mehr Ruhe in den Bootsbewegungen; was unser Leben an Bord echt vereinfacht hat.

Immerhin sind wir mit drei Generationen als Familiencrew gestartet – von 21 – 79 Jahre. Und um die Worte meiner Schwester zu wiederholen“… es fühlt sich an, wie mit einer Jolle über den Atlantik zu fliegen“. Unser Boot ist sportlicher – das ist wohl so. Da kann jeder ungeübte Handgriff eine „kleine Katastrophe“ hervorrufen. Aber nicht zuletzt hat unsere Familienexperiment gut funktioniert… es musste erstmal etwas Routine einkehren.

Letzte Nacht habe ich mit meinem Vater einen dieser „Herzensglücksmomente“ erlebt. Gemeinsam haben wir den neuen Tag begrüsst; allein dass ist nach fünf Stunden Dunkelheit eine Besonderheit. Belohnt wurden wir von vorbeikommenden Delfinen und Fliegenden Fischen… und einer unendlichen Friedlichkeit.

Wie liefen unsere 6 Nächte und Tage ab?

Wie immer auf dem Schiff.. man kümmert sich ums (Über)leben. Jens und Max haben die Wache bis in der Nacht um 2:00 übernommen; der Rest der Mannschaft ist mit dem frühen Sandmann gegen 19:00 Uhr in die Koje gegangen. Ab zwei Uhr habe ich übernommen und gemeinsam die Zeit mit meiner Schwester und teilweise mit meinem Vater erlebt. So richtig viel macht man in der Nacht ja nicht… für wesentliche Kurskorrekturen hätte ich Jens wecken müssen… zum Halsen müssen wir den Bullenstander vorne lösen. (ach, hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass uns am ersten Tag die Umlenkrolle für den Bullenstander nach achtern gebrochen ist… und wir dadurch bei mindestens 25kn Wind einen Patenthalse gefangen haben… – echt dumm) Jetzt haben wir die Umlenkung direkt auf die vordere Klampe nach achtern gelegt. Bis gegen 8:00 ist Ruhe an Bord. Dann gibt es ein fürstliches Frühstück mit frischen Brötchen….trotz des immer schwankenden Bootes. Am Tage ist man mit abwechselnden Schlafen beschäftigt und mit den kleinen täglichen Dinge. Natürlich muss unser Monsterchen = Genacker bei Wind unter 20kn gezogen werden – und damit gilt ihm jegliche Aufmerksamkeit. Ruck zuck ist es wieder Abend – nachdem wir gemeinsam genauso fürstlich fürs Abendbrot gekocht haben.

Ihr seht… es ließ sich leben unterwegs. In der letzten Nacht werden wir die Nachteinteilung ändern. Voraussichtlich kommen wir früh am morgen an. Die letzten Stunden können Jens und Max die Ziellinie an fixieren… wird sicherlich eng werden. Wir werden berichten!! LG Eure GarliXe