Dieses Galapagos – was wir so erlebt haben – ist schon einzigartig; vermissen werden wir diesen ganzen ungewöhnlichen Zoo. Diese lauten Kotz – Würgegeräusche der Seelöwen… diese Geschöpfe, die zum Relaxen wie geschaffen sind. Uns gegenüber in Isabella lagen auf der Untiefentonne immer so einige Tiere, die sich lauthals beschweren, wenn gegen Abend das Licht der Tonne angeht. Diese Geräusche sind ordinär… wie ein stark erkälteter Patient, der kurz vor der Einführung eines Gastroskops vor einer Magenspiegelung ist; aber andauernd. Dabei streicheln sie sich gelassen den Bauch und wälzen sich – immer langsam – hin- und her.

Noch niemals haben wir so hautnah so viele Tiere erlebt. Diese Leguane mit der ledrigen Haut von vor 1000 Jahren liegen überall rum; spucken vor sich hin, wenn ihnen irgendwas nicht passt; man geht mit ihnen am Strand spazieren. Aber sie sind freundlich, wenn man ihnen nicht gerade auf den langen Schwanz tritt, weil sie sich der Lavasteinfarbe optisch wunderbar der Natur anpassen.

Spannend war der Weg durch den Mangrovenwald auf Isabella zum Schnorcheln; für den freundlicherweise ein Holzsteg gebaut wurde. Kurz vorm Ende… liegen drei Seelöwen mit ihren schmatzenden stillenden Jungen…oh, oh.. Eine Szene wie aus „Versteckte Kamera“ … „Wie komme ich jetzt zum See?“ Es bildet sich ein Stau von Schnorchelfreunde. Ein Teil kehrt um, ein Teil geht durch den Sumpf nebenan, ein anderer Teil ist mutiger und klettert auf’s Geländer. Völlige Erleichterung nach dieser Hürde… und zack, liegen da glatt zwei Leguane rum (immerhin fast 1m lang). So einfach sieht man sie nicht… eine Szene, wie aus dem Film Juressic Park. Dabei liegen sie da ganz friedlich da… eine Begegnung im Wasser mit diesen – letztlich freundlichen Tieren – blieb mir erspart. Jens wurde von einem Seelöwen begrüsst… wohl engagiert für die Touristen… schwimmt vorbei und macht dann eine 180° Wende und ist dann face – to – face mit ihm.

Und überhaupt diese Mangrovenwälder… noch nie haben wir solch ein dichtes Baumgestrüpp erlebt.

Ein anderer – freundlich erbauter Steg durch den Mangrovenwald – führt an roten Seetümpel vorbei… passend zur Farbe der dortigen Flamingos. Und über alles – dank der Schatten spendenden Bäume – eine friedliche natürliche Ruhe. Welch ein Glück… denn bei aller Freude über diese vielen Tiere, es ist warm hier. So warm, dass man manchmal böse werden kann.

… Nach der qualvollen Aufgabe, zwei dicke Wäschetaschen zum Laundryservice zu schleppen, ist man völlig erledigt und ärgert sich, über die vergessene Wasserflasche. Dabei soll das Klima hier – dank des kühlenden Humboldstromes – noch angenehm kühl sein. Wir an Kühle gewöhnte Deutsche empfinden das nicht so… uns ist es zu warm. Ach ja, dass nur so aus dem Alltag. Wir haben keine Waschmaschine an Bord; brennend beneide ich die Boote, die eine Solche besitzen. In Deutschland hätte ich noch drüber gelacht… jetzt wäre es eine gute Erleichterung. Also müssen wir jetzt entweder die Wäsche per Hand waschen, oder einen Waschservice finden.

Was fehlt uns noch bei der Tiergalerie. Auf jeder Insel andere Schildkröten; deren Unterschied wir nicht so recht erkennen. Mann!! sind diese Tiere falsch in unserer Zeit, passt auch zu Jurassic… aber das sind hier so viele!!!!… mehrere Zoo’s.

Für uns Einzigartig war unser Schnorchelerlebnis am Kickers Rock. Wir sind keine routinierten Schnorchler; so waren wir schon in Tobago Cays, San Blas oder Las Perlas am Staunen, aber das hier war ganz anders. Es war Ehrfürchtiger. Der „Kickers Rock“ sind rd. 40m hohe gespaltene Steinfelsen… mit wunderbaren blau – klar sonnigem Wasser, 1000de Fische, Haie, Schildkröten, Rochen…das waren nur die Tiere, die wir gesehen  haben. Richtig gelesen – wir waren schwimmen mit den Haien… die freundlicherweise in der Tiefe geblieben sind. Es ist solch eine Schönheit – wir waren alle tief beeindruckt.

Völlig falsch hier waren diese niedlichen kleinen Pinguine. Warum sind die nur hier, gehören die nicht irgendwie in kältere Gebiete!!?? Solch putzige Gesellen; noch nie  haben wir sie in freier Natur gesehen.

Wie war die Gegend für uns Segler? Wenn man erstmal die Einklarierungshürden genommen hat, schaukelt man so vom Ankerplatz zum Nächsten. Aber nicht spontan… immer schön zwei Tage vorher im Starthafen informieren und viele Zettel ausfüllen und bekommen, ohne die es nicht zum nächsten Ankerplatz geht.

Geschaukelt sind wir im wahrsten Sinn… wir ankern ja sozusagen im Pazifik – geschützt nur durch relativ flache Riffe. Wie muss man sich das vorstellen… na eben, es schaukelt einfach IMMER, woran man sich nur bedingt gewöhnen kann. Wie ein ständiges leichtes Schwindelgefühl; oder doch zuviel Alkohol…

Von der Versorgung gibt es (eingeschränkt) ausreichend Lebensmittel, die aber sehr teuer sind. Wir fragen uns immer wieder, warum wir keine lokale Landwirtschaft hier finden. Alles muss importiert werden, wobei man sich über die Gefahr der Keime etc. der importierten Produkte aufregt.

Treibstoff und Wasser  haben wir als World ARC Segler in Santa Cruz bekommen; was sehr wichtig war für den großen Ritt nach Marquesas. Vor uns liegen jetzt 3.000sm, das ist so unvorstellbar lang  -die längste Strecke der gesamten Tour und wo 200l Diesel nur ein Tropfen ist- aber wir sind ja Segler.

Für alle Nichtsegler… wir segeln mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von ca. 7-7,5 Knoten, was ca.15km/h sind. Und damit sind wir noch relativ schnell.

Wir starten jetzt (ab 4.3.15) für die nächsten 17 – 20 Tage auf See… wir fanden die Zeit hier ausreichend. 15 Tage waren genug; nun sind wir aber auch keine besonderen Bio – Geo- Ornithologen.

Wir sind gespannt auf’s Nächste… aber auch jetzt auf diese weite Strecke, die wir nur zu Zweit segeln. Bis später- Eure GarliXe