13.4.-20.4.16 St. Lucia: Rodney Bay – Martinique: Port Marlin – St. Anne, St. Pierre / Dominica: Portsmouth – Prince Rupert Bay / Guadeloupe: Iles de Saintes, Bay Deshaies / Antigua: English Harbour / gesamt 206sm

22.4.16 Wir „arbeiten“ uns langsam Richtung Norden, besuchen Insel und Länder, die wir noch nicht kennen. Hier ist sozusagen jede Insel ein eigenes Land; was bedeutet, dass wir jedesmal neu zur Immigration und zum Zoll müssen; ausgesprochen lästig.

Martinique / Frankreich / 385.000 Einwohner: Auf Martinique waren wir besonders gespannt. Seit Darwin hat uns eine lieb gewordene Segelfreundin von dieser Insel vorgeschwärmt…“wenn ich erst wieder in Martinique bin…“. Wochen vorher wurde ein Liegeplatz vorbestellt und dann… liegen wir zwischen gefühlt 500 anderen Booten bei ca. 35° Hitze. Was bitte, ist jetzt hier so toll? Im Hafenbüro ahnten wir es schon. Wir sind zurück in Europa. Nach knapp 20 Monaten einkaufen in den unterschiedlichsten Läden der Länder stand ich hier im Supermarkt ganz still und habe es genossen. Alles da und auch zu vernünftigen Preisen. Wow. Gut. Das bitte nicht falsch verstehen. Überall auf unserer ersegelten Welt gab es genug Lebensmittel. Es ist nur manchmal etwas unerfreulich. Als ausgesprochener Käsefreund manchmal sogar traurig.

Martinique gehört zur EU, es ist überall zu merken. Nach Wanderung und Inseltour (danke TULASI’s), ging es weiter zur ehemaligen Hauptstadt St. Pierre. Hier gab es 1902 einen schweren Vulkanausbruch, der knapp 30.000 Menschen unter sich begraben hat. Nur ein Gefängnisinsasse und ein Schuster haben überlebt. In der Bucht sind immer noch die Schiffswracks markiert.

Wir segeln weiter zum nächsten Land, 53sm zum nördlichen Ende von Dominica.

Dominica = die Naturinsel mit ca. 72.000 Einwohner. Ein Land mit nur ca. 72.000 Einwohner, was erst seit 1978 vollständig von Großbritannien unabhängig ist. Auch nachdem wir um die ganze Welt gesegelt sind, hat uns diese urgewaltige Natur begeistert. Riesig hohe Berge lassen den Wind hinter der Insel verschwinden. Angenehm ist, dass sich die „Bootsboys“ organisiert haben (PAYS) und immer nur ein junger Mann für ein Boot zuständig ist. Mit den nächtlichen Patrouillen der Boote fühlten wir uns recht sicher. Hier wurde im Indian River (der zweitgrößte Fluss der ca 350 Flüsse der Insel) der Film „Fluch der Karibik 2“ gedreht. Die Insel hat keinen internationalen Flughafen, von überlaufendem Tourismus kann man hier echt nicht sprechen. Dann gehts wieder in die EU…

Guadeloupe / Frankreich / 402.000 Einwohner: Wir sitzen hier in einem verschlafenen Kaffee und ganz ehrlich…wir sind immer wieder über die historischen Verflechtungen der Kolonialzeit erstaunt. Es bleibt ein interessanter Teil unserer Reise, mehr darüber zu erfahren. Allerdings kommt man bei den karibischen Inseln kaum hinterher.

Wir staunten schon über den urbritischen Charakter in St. Helena Mitten im Nichts des Atlantiks und hier über Frankreich – unschwer wieder zu erkennen. Wir sind wieder in Europa, in der Europäische Union, aber nur 40km weg von dem sehr armen Inselfleck Dominica. Andere Sprache, andere Gesetze, wieder einklarieren / immigrieren in ein neues Land. Morgen geht’s weiter Richtung Antigua. Also flott zum office, wieder ausklarieren, um dann in Antigua wieder auf’s Neue Uniformierte zu bemühen.

Vorher wundern wir uns aber in der nördlichen Ankerbay von Guadeloupe (Bay Deshaies), wie viele Boote hier mit uns ankern. Nach dem Länder – Fahnenquiz und dem Wettspiel, welcher Anker zuerst driftet kommen immer mehr richtig schicke Race – Boote. Mehr, als wir auf der ganzen Welt gesehen haben. Welch ein Zufall, von hier startet die Antigua Race Week 2016…und wir sind nicht dabei. Aber wir segeln neben her und natürlich müssen wir ein paar Boote überholen – ist ja (Jens)-Ehrensache. Dann geht’s ins nächste Land…nach Antigua. Hier liegen wir jetzt mit den Regattateilnehmer zusammen im English Harbour und hätten uns das alles etwas größer vorgestellt. Naja, es ist gut, nur mal zuzusehen. Bis bald – Eure GarliXe