Seit vier Tagen sind wir voll im ARC Trouble integriert… manchmal schleicht sich der Gedanke ein… WIR WOLLEN LOS!!! Wir sind begeistert von der Organisation – hat aber nicht viel vom gemütlichen – ruhigen – individuellen Segeln. Aber wir wussten es vorher und sind darauf eingestellt. Es überwiegt der Gemeinschaftsgedanke und auch die höhere Sicherheit, wenn über 50 Boote gemeinsam starten, täglich überwacht wird, wo man ist und ob Schwierigkeiten bestehen. Auch wenn wir gute 3.000 Meilen hinter uns haben und es keine brenzlige Situation gab,   sind wir noch keine erfahrenen Atlantiksegler. Wir hören uns auch tapfer die ganzen englischen Vorträge an… Tips zum Downwindsegeln, Wetter und Route, Kapverden und St. Lucia, Kommunikation, Umgang mit dem Sextanten (naja – machen wir dann auch mal, wenn’s langweilig wird), Tips zur Proviantierung und Einiges mehr. Jeden Abend gibt’s irgendwo einen Sundowner, wir machen uns bekannt mit unseren Mitseglern.

Ja… und dann kam Besuch. Da schlagen natürlich zwei Herzen in uns. Zum Einen sind wir echt froh, dass wir dieses Abenteuer wagen, aber andererseits  verlassen wir für eine lange Zeit unsere Familien. Wir sind eben auch solche „Jahreszeitenmenschen“ – bei Euch in Deutschland wird es jetzt kalt, es gibt die Osterfeuer, bald den Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt… . Immer warm und Sonne ist sehr schön, ABER – es ist gut, dass wir ein zu Hause behalten.

Am Wochenende kamen Jens seine Eltern – unsere tapfersten Unterstützer zu Hause. Niemals wären wir so ruhig, wenn wir nicht diese „Homeumsorger“ hätten. Sie machen hier zwei Wochen Urlaub und so haben wir die Möglichkeit, uns mal wieder zu drücken. Erzählen können wir gar nicht viel… durch den Blog sind unsere meisten Abenteuer bekannt. Eigentlich haben wir zu wenig Zeit füreinander, was wir echt schade finden.

Ja, und gestern kam unsere „restliche“ Crew. Mein Vater, meine Schwester und unser Sohn Maximilian sind gelandet. Es wird also voll im Boot; was echt eine Herausforderung ist. Es ist noch erstaunlich ordentlich im Boot. Bis Kapverden werden wie zu Fünft segeln, dort steigen mein Vater und Angela wieder ab und es geht für sie zurück nach Deutschland. Max wird uns bis nach St. Lucia begleiten – da hüpft doch das Mutterherz!!

Am Sonntag um 13:00 ist Start – drückt uns die Daumen, dass Wind und Wellen stimmen. Noch siehts gut aus – könnte vielleicht etwas weniger werden.

Wir melden uns – Eure GarliXe