29.2.16 Fortaleza / „Lee und Luv“… Sprichwort: „Kippst’ es in Lee geht’s in die See, kippt’st es in Luv kommt’s wieder ruf.“ ..oder auch Lee ist die vom Wind abgewandte Seite (ist im Boot immer unten) und Luv ist oben.

Diese Überschrift ist derartig weiblich…ich erkläre es gleich und liebe Segler, nehmt es mir nicht übel. Seit fast 1,5 Jahren segeln und leben wir mit dem Passatwind. Dieser pustet zu 95% immer aus der gleichen Richtung, mal mehr oder weniger stark.

Unsere Freunde, die uns in Mauritius besucht haben, haben gefragt, wo wir in den Nachtfahrten im Boot sind. Antwort…“Na hier auf der Steuerbord Seite(rechts), da ist Lee“. Herbert’s Kopf rauchte… Steuerbord ist Lee?? Ja, das ist absolut unseemännisch. Aber wir segeln mit stetigen Süd – Ost – Winden Richtung Westen. Und da ergibt sich das von selbst. Lee ist an Steuerbord. Bloß eben nicht, wenn wir Richtung Norden segeln.

Von Salvador Richtung Fortaleza war alles anders. Die gewohnten Sterne, die immer hinter uns waren, waren rechts und aus Lee wurde Luv. Steuerbord war nicht mehr gemütlich, das Boot war ein schräges zu Hause. Das war ein Vorgeschmack auf unseren Rückweg.

Nach drei Tagen war alles wieder gut, es ging wieder Richtung Westen und Lee war wieder an Steuerbord.

Wir pfiffen mit bis zu 4kn Strömung um die nordöstliche Ecke von Brasilien und passierten endlose kleine Fischerboote, die ohne AIS (automatisches Signal, welches wir auf unseren Plotter sehen), aber gut beleuchtet an der Küste ihrer Arbeit nachgingen.

Die Kulisse von Fortaleza wirkt sehr modern; es ist die 5. größte Stadt Brasiliens. Zwei vertraute Anblicke gleich zu Beginn. Der Windkraft Hersteller Enercon hat hier eine Zweigstelle und ist aus weiter Ferne gut zu sehen. Dann im Hafen liegt eine Hanse 57; ein weiterer Gruß aus der Heimat.

Der Hafen an sich…mmh. Die Marina gehört zum dortigen Hotel (Resort). Das Augenmerk des Hotels liegt nicht unbedingt auf funktionierende Stege. Aber immerhin gibt es Wasser und Strom und wir starten wieder in 3 Tagen. Bis bald – Eure GarliXe