19.8.15 12:20 OZ / Umrundung Cape York – dem nördlichsten Punkt Australiens

Ehrlich gesagt ist das Umrunden von Cup Arkona spektakulärer, als das Passieren des nördlichsten Punktes von Australiens. Es sieht hier einfach nicht so doll aus; eher flach und kahl.

Die letzten Tage- Der Weg gen Norden ist irgendwie recht lang. Mittlerweile müssen wir zugeben, dass wir an dieses Reiseziel Australiens mit falschen Vorstellungen ran gegangen sind. Es ist ein wunderschönes Segeln – bei Sonne und max. 20kn Wind. Wenn die Sonne bleibt, geht es auch bis 30kn. Aber danach, da stellt man sehr schnell fest, dass es nördlich von Cairns keine Häfen mehr gibt. Auch keine Ortschaften, geschweige dann Wifi oder Internet.

Wir wissen jetzt auch, dass „Marina“ nicht gleich „Hafen“ bedeutet. In den Navionics – Maps (Navigationssoftware) erscheinen ganz viele Marinas, wenn man auf die entsprechende Anzeige geht. Nur ist dann dort einfach keine, was in unserem Denken Marina bedeutet – etwas mit Leinen festbinden, Strom aus Steckdose, Wasser aus der Leitung, Telefon und Internet. Nach Diskussion mit den englischen Muttersprachlern wurden wir aufgeklärt. Marina heißt „Zufluchtsort“ – nicht mehr und nicht weniger.  So hatten wir in den letzten Tagen unterschiedliche „Zufluchtsorte“. Vor drei Tagen kamen wir nach 100sm in der Lloyd Bay an. In diesem „Zufluchtsort“ kamen wir uns so vor, als wenn wir Mitten auf dem Greifswalder Bodden hinter dem „Stubber“ ankern. Ähnlich (un)geschützt war es. Den Tag danach ankerten wir in der Margaret Bay – wunderschön; kaum Steigerungen möglich. Den gestrigen Tag wollen wir lieber gleich vergessen. Die Ankerbucht war richtig gut; nur bei der Einfahrt hatten wir leichten Kontakt zu den dortigen Steinen. Nein, das war nicht easy; es steckt noch in den Knochen – aber weiter geht es.

Heute früh sind wir um 09:00 gestartet – sehr spät für uns. Aber die Torres Strait bestimmt den Rhythmus – nicht wir. Die beste Zeit ist, wenn man bei absoluter „high tide“ (Hochwasser) am nördlichsten Punkt ist. Wir passieren die Torres Strait entlang des inneren Weges. Wir sind durch den Albany Pass durch die Endeavour Strait zur Arafura Sea.

Der Pazifik hat uns dabei „ausgespuckt“. Wir sind mit bis zu 3kn Strömung zum nächsten Abenteuer getrieben wurden.  Damit verlassen wir nun endgültig den Pazifik. Wir sind seit dem 2. Februar insgesamt 10.030 Seemeilen auf dem Pazifik gesegelt. Überwiegend war er echt freundlich zu uns. Aber wir haben auch ansatzweise erlebt, was wir nicht erleben wollen. Hier zur falschen Zeit, am falschen Ort – das ist dann kein Ort für uns Menschen! Wir haben aber auch wunderschöne Inseln, Inselketten und soviel freundliche Menschen kennen gelernt. Wir wissen nicht, ob wir hier jemals wieder herkommen; aber vergessen werden wir diese Zeit nicht.  Da wir inzwischen Lust haben auf eine Marina in unserem Denken, segeln wir jetzt die letzten 770sm direkt nach Darwin. Dort wird es auch noch einmal spannend, aber immer „step by step“.

Euch einen schönen Tag – Eure GarliXe