25.9.15 Cocos Keeling Island/ Direction Island

Wir dürfen es noch einmal… das Paradies erleben; diese „Fotomotivtapetenkulisse“ genießen!! Es ist wie ein Film, der noch einmal abläuft. Sind wir noch einmal im Pazifik? – in Fakarava? Nein, das hier ist das Paradies im Indischen Ozean.

Die Cocos (Keeling) Island bekamen ihren Namen von ihrem ersten Entdecker William Keeling, der 1609 hier vorbeigesegelt ist. Erstmals in den Atlanten erschienen die insgesamt 27 Inseln 1659. Auf diese Inseln regierte ab ca. 1831 eine ehemals schottische Familie (Clunies – Ross), die es schaffte bis ca. 1978 mit eigenen Gesetzen und eigenem Geld recht feudal hier zu herrschen. Zum australischen Territorium gehören die Inseln seit 1955. 1978 hat die australische Regierung der Clunies – Ross Familie die Inseln für 6,25 Mill. AUD abgekauft.

Ein regelrechter Kult wird aus der am 9. November 1914 gestrandeten deutschen SMS Emden betrieben. Dieses Schiff hatte den Auftrag, das durch den ganzen Indischen Ozean liegende Kabel zu zerstören. Seit 1910 befindet sich hier eine Funkstation.

Mit der HMS “Sydney” einem australischen Kreuzer kam es am 9. Nov. 2014 zu einer Seeschlacht, bei der die Emden so stark beschädigt wurde, dass der Kapitän das Schiff auf North-Cocos auf Land setzte, um die Mannschaft zu retten. Die Besatzung schlug sich dann nach West Island durch, wo sie einen alten Segler vorfanden, den sie kaperten und mit dem sie ins rote Meer segelten; dann an Land über die Türkei zurückfanden nach Deutschland. Eine abenteuerliche Geschichte! Kapitän von Müller wird als der Gentleman Kapitän bewundert, da er sich außerordentlich fair verhielt. Für Australien war es die erste gewonnene Seeschlacht überhaupt.

In guten Zeiten gab es hier Unmengen an Cocosnüssen und die Kopraproduktion blühte. Allerdings wurden viele Kokospalmen bei etlichen Zyklonen zerstört, so dass die Kopraproduktion eingestellt ist. Zweifelsohne ist das Land für die rd. 650 Bewohner nicht besonders aufregend… und immer wieder wundern wir uns, das es offensichtlich doch seinen Reiz hat – solch ein Leben im Nichts und in den Gefahren der Ozeane.

Wir dürfen hier 6 Tage verbringen, weitestgehend ohne besondere Aktivitäten – aber im täglichen Kampf gegen die kaputte Technik. Toi, toi, toi hält sich unsere GarliX standhaft. Nicht alles wird erwähnt; so viel ist einfach leider Alltag. Aber innerhalb der ARC Flotte gibt es einfach immer etwas. Ohne eine Renner – Liste an zu fertigen steht ganz oben auf der Liste „Generator spinnt“, dicht gefolgt von Kühlschrank/ Gefriertruhe kaputt. Diverse Segel – meistens der Genacker – reist oder fällt ins Wasser, Teile sind verbogen, Computer gehen nicht oder der Watermaker tuts nicht mehr und und und. Aktuell auf einem Schiff ist der Autopilot ausgefallen, der Zweite ist schon länger kaputt, neben dem Problem, dass die GPS Daten gerade nicht gesendet werden. Dieses Problem – in diesem Paradies – oh oh!! Gut, dass der eine oder andere seinen Autopiloten allein eingebaut hat oder eben ein Computergenie ist. Aus zwei Dumme wird oft ein Schlauer – die Autopilots gehen wieder – am GPS wird noch gebastelt. Diese Probleme angesichts der vor uns liegenden 2.300 sm und mit zwei Leuten an Bord lässt die Crew aktuell nicht so gut schlafen.

Am Montag (28.9.15) starten wir um 10:00 Richtung Mauritius. Damit liegen 2.350sm vor uns – glaubt uns, solch ein Start bleibt eine aufregende Sache. Es ist eine Menge Wasser. Bis bald – Eure GarliXe