Tour: Santa Cruz – Hiva Oa – Gesamtstrecke ca. 2980sm, aktuell noch ca. 1.150 sm 

Es ist stockdunkel – wir haben es 3:30 in der Nacht, oder so ähnlich. Das mit der Uhrzeit an Bord ist ein ständiges Diskussionsthema. Wie viel Uhr ist es? 3:30 ist es jetzt auf Galapagos, 9:30 ist es lt. UTC und 10:30 ist es in Deutschland. Aber hier müsste es jetzt eigentlich ca. 1:30 sein. Hinter uns liegen ca. 1800sm und ca. alle 900sm ist eine Stunde Zeitverschiebung. Auf den Marquesas beträgt die Zeitverschiebung UTC -9,5h. Also alles klar? Es ist Nacht – das zumindest ist richtig – weil es dunkel ist. Bei uns in der Koje hängt immer noch die Funkuhr mit der deutschen Zeit. Damit wir auch immer wissen, wann wir nicht stören dürfen. Häufig wird an Bord auf die Frage: Wie spät ist es? Geantwortet, z.B. „15:00 – 7h“!! – weil gerade die Ortszeit nicht zur Hand ist und die deutsche Zeit so gut sichtbar an der Wand hängt.

Ok, es ist also in der Nacht und freundlicherweise wacht der Mond seit 1h über uns. Überhaupt der Himmel ist hier so anders. Da entsteht gleich die nächste Frage, warum beim abnehmenden Mond hier der Bauch nach unten zeigt. Auch der Sternenhimmel ist ganz anders, als zu Hause. Vor mir schaut mich das „Kreuz des Südens“ an. Für viele Segler ein schon magisches Sternenbild. – immerhin musste man dafür ganz schön weit segeln!!

Wie geht‘s uns so auf dem Wasser? Ich denke, der Pazifik ist freundlich zu uns. Wir rasen über das Wasser – das ist schon unheimlich. Vor allem in der Nacht, wenn man mit 8-9kn durch die schwarze Dunkelheit prescht. Die Wellen zicken ein wenig rum. Wir hoch sie sind, kann man schwer schätzen, aber so 3-4m sind das schon. Sie kommen von schräg hinten und jede x-te Welle spielt mit uns Zirkus. Und dabei entsteht noch eine Frage – wo wir gerade von DER Evolutionsinsel Galapagos kommen: Warum haben die Seglerfrauen- und Männer keine drei Beine bekommen??? Selbst die Darwinfinken haben je nach Notwendigkeit einen anderen Schnabel bekommen, nur wir nicht. Wir stolpern und fallen so durch die Gegend; das wäre mit einem weiteren Halt echt einfacher!!

Unsere Fock, bzw. die Rollanlage ist noch nicht repariert; Jens muss dafür noch einmal nach oben. Angesichts der hohen Wellen haben wir uns dagegen entschieden; ist echt zu gefährlich. Das hat zwar zur Folge, dass wir gerade die Fock nicht einrollen können, was richtig, richtig dumm sein kann beim kräftigen Squall. Aber wir sind ja Optimisten und ab Montag soll es weniger Wind werden. Hoffen wir, dass das die Wellen auch mitbekommen.

So, es ist jetzt 5:00 Uhr, oder so ähnlich. Zumindest 4h später als vorhin, als ich mit der Wache begonnen habe. Jetzt wecke ich Hanna und kann wieder in die Koje krabbeln. Bis später – und passt alle auf Euch auf. Eure GarliXe

Ansonsten halten sich die Katastrophen in Grenzen, so das Übliche. Zwei Segellatten sind gebrochen und der Niederholer geht so alle zwei Tage kaputt. Aber bisher war das alles zu reparieren.  Drückt uns die Daumen, dass es weiter so bleibt. Viele Grüße – Eure GarliXe