Es ist Sonntag – wir liegen bei völliger Windstille in einem spanischen Hafen im Ria de Arousa; Sonne, warm – aber nicht zu warm… leichte Aktivitäten auf den anderen Booten – und ja – der alte Stress der „Mails und Co“ ist gerade vergessen. Wir sind seit zwei Monaten unterwegs – acht Wochen Pause; acht Wochen „ihr nehmt Euch was raus“ – seit acht Wochen ein anderes Leben. Es ist nicht wie ein längerer Urlaub. Dieses Erkunden der neuen Länder und Gebiete ist perfekt, wenn man aus solch einem Hamsterrad aussteigt – es ist nicht müßig, oder langweilig – es ist IMMER aktiv; aber es ist eben kein Druck. Langsam breitet sich auch der Glauben an unserem Vorhaben aus; aber nur langsam – wir sind auch immer in der Aufpassphase – „Klein Fuzi“ sitzt eben noch auf der Schulter und flüstert ins Ohr… „na, habt Ihr Euch da nicht zuviel vorgenommen…?“ Es kann tatsächlich sein, dass irgendwas zwischendurch passiert…dafür ist alles zu unbekannt, können soviel Gefahren an der nächsten Ecke hocken, können wir einen Moment unaufmerksam sein – aber schon diese Erkenntnis der bisher gewonnenen Eindrücke ist etwas, was wir nicht mehr hergeben.

Ich hocke in der Plicht – genieße diese Stille und Friedlichkeit- jede Stunde die Kirchenglocken – es ist nicht um 7:00 – nein, es ist hier 11:00. Das Leben ist hier anders – geht auf jeden Fall später los.

Gegen 12:00 – wir gehen die Menschen suchen. Hierzu – 2x“K“- wir finden sie entweder in der Kneipe, oder in der Kirche. Beides ist brechend voll. Wir als sachsen-anhaltinische Ungläubige sind überrascht – die Kirchen sind bis auf den letzten Sitz belegt. Gut – es ist beruhigend, einen Gottesdienst anzuhören, den man einfach nicht versteht.

Dann – auf den Straßen… überall Menschen an den Tischen. Eigentlich ist das wie ein Tisch. Es ist nett – Ein Kaffee, ein Bier, ein Wein – und immer kleine Häppchen dazu. Verhungern tut man hier nicht – vielleicht neigt man irgendwann etwas zu sehr zum Alkohol – aber es quirlt und lebt. Und überall die Kinder. Laut Statistik ist die Geburtenrate in Spanien nicht höher als in Deutschland – es scheint irgendwie anders – sie sind überall.

Dann legen wir ab – ab zum anderen Ufer. Für 8sm ziehen wir nicht einmal das Großsegel hoch. Wir nehmen diese Ruhe mit – zumindest ich – Jens holt gleich mal alle Werkzeugkästen raus – irgendwas wir wohl anzubauen sein…

Nächster Ort quer rüber – Vilagarcia— gerade kommen wir aus den Tapa – Bars – es ist 22:45…. Die Straßen sind brechend voll – wieder war es eine Tafel. Aber es geht erst gegen 20-21:00 los; vorher ist Ruhe. Wir wissen nicht, wie hier der Montag beginnt – es muss auf jeden Fall später sein. Ruinieren tut man sich auch nicht – ein Bier – ein Wein (dazu natürlich Häppchen) – Kosten so 3-3,50EUR – also ab zur nächsten Bar. Der Tag endet hier auch später – und irgendwie gemeinsam.

Wir hatten einen echt schönen Sonntag – morgen geht’s nach Santiago de Compostela – irgendwie sind wir ja auch gepilgert… dazu später mehr.

Uns gefällt es hier gut – Jetzt – Gute Nacht!!