Tour: Leg 15: Kapstadt – St. Helena – San Salvador in Brasilien / Strecke gesamt: 3.600sm / Strecke aktuell: St. Helena – Salvador: 1.900sm, aktuell noch 1500sm / 22.1.16 

Leute, endlich ist einfach mal nichts los. Es ist auch nicht viel los mit der Geschwindigkeit. Wir dümpeln mit 5-6kn dahin, immerhin. Geht das so weiter, wird es noch lange dauern bis Salvador. Aber im Moment ist es gut; bitte Moment, bleibe ein wenig!

Los ist, dass der Mond wieder scheint und diese Friedlichkeit mit einem ruhigen leichten Licht um malt. Wir wissen nicht, wann es das letzte Mal so friedlich war, wahrscheinlich irgendwo im Pazifik. Uns geht es also genau so, wie man sich solch eine Passatsegelei auf der Wohnzimmercouch vorstellt.

Da fällt mir ein, dass mich vor unserem Start jemand gefragt hat, ob wir uns auf die depressive Stimmung in windstillen Zeiten vorbereitet haben. Tja also, bisher kam die nicht so oft vor. Hoffentlich bereue ich diese Zeilen nicht, aber so RICHTIG ohne Wind hatten wir nicht viele Tage. Und wenn dann mal keine kleineren oder größeren Katastrophen zu lösen sind, man sich nicht festklammern muss, weil sich das Boot so heftig bewegt, sich keine Ohrstöpsel ins Ohr stopft, um diese ewigen Windgeräusche fern zu halten (ist meine persönliche Macke), dann ist das auch eine richtig gute Zeit.

Was wir so machen den ganzen Tag? Erstmal gibt es wenig Streitpotential, weil wir uns nicht so viel sehen. Da immer einer „sein Ohr in der Realität“, also Wache hat, schläft der andere meistens. Ansonsten sind wir damit beschäftigt, unsere GARLIX fit zu halten, Reparaturen auszuführen, segeln, funken, schauen, wo wir in der Flotte liegen (Regatta ist eben immer), Fotos sortieren, schreiben, nächste Anlandung vorbereiten, Essen kochen, lesen, usw.. Alles, wirklich alles dauert an Bord länger als zu Hause. Und dann ist es auch so, dass man sich nicht immer richtig fit fühlt. Schlafen bei 10-15 kn Wind ist wunderbar. Die Segel schlagen nicht und (bei richtiger Windrichtung) segelt man sanft dahin. Bei weniger Wind rumpelt und schlägt alles im Boot, was neben elendigen Geräuschen auch Sorgen bereitet, weil die Belastung für alle Bolzen usw. sehr hoch ist. Bei über 20kn Wind hat man bei vielen vielen Geräuschen immer das Ohr ein wenig draußen.

In dieser Hinsicht genießen wir diese „Nichts los“ Momente in vollen Zügen. Euch wünschen wir auch „Nichts-los“ Zeiten; eben einfach nur gute Zeiten. Bis bald – Eure GarliXe

Übrigens, noch mal kurz zum letzten Blog. Whale Sharks sind zwar Haie, ernähren sich aber ausschließlich von Plankton. Zumindest hat man uns das so gesagt. Aufgrund von mangelndem Internet konnten wir das nicht überprüfen. Sie wirkten sehr friedlich und überlebt haben auch alle Teilnehmer. See you.