9.2. – 18.2.16 Foz de Iguassu – Pantanal – Amazonas – jetzt Rio de Janeiro.

Eindeutig, Landleben ist anstrengend und lässt kaum schreibfähige Gedanken zu. Wir sind unterwegs durch Brasilien und erleben dieses Land anders, als nur „zu Wasser“.

 Iguassu Wasserfälle: Diese 2,7km langen Wasserfälle liegen im Länderdreieck Brasilien – Argentinien – Paraguay. Man ist mittendrin in diesem Gebrülle von Wasser…aber auch in einer großen Menschenschar. Alle Touristen aus der gesamten Welt werden hier wohl hin gekarrt. Zu Recht wurden diese Wasserfälle zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt. Damit waren wir nach dem Tafelberg in Kapstadt am zweiten Naturwunder, was als dieses deklariert wurde. Schaut Euch die Fotos an. Mehr gab’s da nicht – aber weniger auch nicht. Es ist ein Wunder, wahrlich. Nebenbei gibt es dort auch eine Unmenge an frechen Nasenbären…die zack zack die Packung Kekse stibitzen.

Pantanal – die Schwemmlandschaft: Dieses Gebiet soll die Arche Noah von Südamerika sein. Das können wir nicht einschätzen, ganz sicher ist es das Paradies für Moskitos. Das Gebiet ist so groß, wie Dänemark, Niederlande, Belgien und Portugal zusammen. Es ist ein riesig großes Feuchtbiotop mit einem hohen Artenreichtum an Tieren. Es war vielleicht nicht ganz so klug, in der Regenzeit dorthin zu fahren. Die Tiere haben sich größtenteils versteckt. Wir haben uns nicht schrecken lassen, weder von der brütenden feuchten Hitze, noch von den Moskitos. Sogar den 3-stündigen Ritt (ehrlich!!) durch die Landschaft war irgendwie unreal. Die Pferde sind durch diese feuchten Böden gestampft, teilweise ging das Wasser Kniehoch. Dort hatten wir nach 1,5 Jahren zum ersten Mal wieder einen deutschen Guide…was man alles so erfährt, wenn man tatsächlich alles versteht…auch mal wieder schön. Richtig traurig waren wir nicht, als wir nach drei Tagen abgereist sind. Diesmal in Richtung Amazonas.

Amazonas – Rio de Juma: Zwischenstopp war Manaus. Diese Stadt gehörte Ende des 19. Jahrhunderts zu den reichsten Städten der Erde. Unter dem Stichwort „Gummibarone“ wurden hier wunderbare Villen im Kolonialstil erbaut. Davon ist heute kaum noch etwas zu finden. Geht man in die Seitenstrassen sucht man schnell ein Taxi. Diese Stadt ist arm, gruselig und wahrscheinlich nicht ganz ungefährlich. Von Manaus aus hat Henry William im Jahr …. seine 70.000 gestohlenen Samen verschifft und nach England gebracht. Von da an ging es streng bergab mit dem Reichtum der Region. Kautschuk konnte von da an auch woanders in der Welt gewonnen werden.

Dann sind wir eingedrungen in eine wunderbare Welt der Flusslandschaft des Amazonas. Da wir unsere Reise nur über „Kurzwelle – Mails“ gebucht hatten, hatten wir wenig Vorstellung davon, was uns erwartet. Wir wurden sehr überrascht – positiv. Mitten im Amazonas wurde diese Juma Lodge auf Holzpfähle gebaut. Der Amazonas steigt hier bis zu 15m an. Man ist komplett raus, ohne Telefon und Wifi und genießt einfach nur diese unglaubliche Landschaft mit kompetenten Indianer Guides.

 Was sonst noch: An allen von uns besuchten Orten bemerkt man die Sorge der Umweltveränderungen hier in Brasilien. 2014 war der Wasserstand im Iguassu ungewöhnlich hoch, so dass die Besichtigungsstege zerstört waren und die Wasserfälle nicht mehr richtig „fielen“. In Pantanal und im Amazonas fehlt Wasser. Der Wasserstand müsste um diese Jahreszeit erheblich höher sein. Trotzdem werden die Häuser der Juma Lodge höher gebaut, weil 2012 hier alles überschwemmt war. Unsere Sprachkenntnisse reichen nicht aus, um über Ursachen und Konsequenzen zu reden, was sehr schade ist. Immerhin wurden in dem Gebiet um ….. in den letzten Jahrzehnten rund 25% des Waldes des Amazonas abgeholzt!! Wir selbst haben zwei frische Brandrodungen gesehen.

Vom Zika Virus haben wir wenig mitbekommen. Wir selbst haben versucht, uns mit Spray’s vor Stichen zu schützen, was aber angesichts der Massen an Moskitos in Pantanal völlig illusorisch ist.  Aufhaben haben wir während unserer Zeit im Amazonas Tabletten zur Malariaprophylaxe genommen. Obwohl wir überall empfangen wurden mit den Worten…“unser Gebiet ist völlig gefahrlos“.

Die Armut des Landes ist deutlich zu sehen. Der Mindestlohn liegt bei etwas mehr als 800 Rial, also bei ca. 200 Euro. Es gibt eine Schulpflicht, aber in den ländlichen Gegenden gehen die Kinder 2-3 mal pro Woche halbtags zur Schule. Dinge, die für uns selbstverständlich sind, gibt es hier nicht.

Jetzt erkunden wir noch 3 Tage Rio de Janeiro. Dann geht es zurück zum Boot und wir starten weiter Richtung Norden.

Bis bald – Eure GarliXe