12.9.15 Lombok; das ist ein besonderes Erlebnis.
Stellt Euch vor, es ist Weihnachtsmarkt bei tollem Wetter und am Wochenende. Dichtes Gedränge…überall!! Es gibt hier echt viele Menschen. Unser Guide meinte dazu… in Europa habt ihr Bars, Discos, Kinos… hier machen wir Kinder.
Auf den Strassen die allgegenwärtigen Motorroller, die als Familienlimousinen und als Kleintransporter gleichzeitig dienen. Es gilt hier nur eine Helm Empfehlung; schade. Die meisten Strassen würden bei uns gerade mal als einspurig durchgehen. Wer überholen will, oder um die Kurve fährt, hupt vorher.
Überall wirbelt es; wird gebaut, gehandelt, gefahren – so wie man sich das hier so vorstellt.
Übrigens bauen…die Baugerüste sind aus Bambus; scheint zu halten, die Häuser stehen. Die Fertigung der Steine… nach Abbau des Tons per Hand (!!) in der Tongrube wird der Ton per Schippe und Wasser gemischt – auch per Hand und alles von Frauen. Per Hand wird der Ton in die Steinformen auf die Erde gegossen; dort wird es getrocknet. Dann kommen die Männer zum Einsatz. Für das Brennen werden mehr als abenteuerliche Steinkonstruktionen gebaut und wehe, eins der vielen umherlaufenden Kinder kommt da mal gegen. Es würde alles zusammenbrechen.
Wir werden empfangen und begrüßt von nur freundlichen Menschen, aber wir sind auch erschrocken von dieser anderen Welt. Die Menschen sind arm und wahrscheinlich tragen wir alle in unseren Taschen und mit unseren Fotoausrüstungen mehr Vermögen mit uns herum, als die Menschen hier besitzen.
Trotzdem wird uns stolz die Insel gezeigt. Die Insel lebt von der Landwirtschaft; die ausschließlich per Hand betrieben wird. Wir werden zurückversetzt in die Kleinfelderwirtschaft…und überall buddeln und wühlen die Menschen mit ihren typischen pilzartigen Hüten in den Feldern. Pro Tag verdienen dort die Menschen ca. 30.000 Rupien – das sind keine 3 Euro. Der Guide war richtig enttäuscht, als wir ihm erzählt haben, dass in Deutschland auch Kartoffeln, Knoblauch, Tomaten usw. wachsen. Nur nicht der Reis. Die Reisfelder sind beeindruckend – was für eine Arbeit. Was kostet eigentlich Reis?
Hier leben 80% Moslems. Wir haben nicht rausbekommen, warum manche Frauen verschleiert sind und manche nicht. Auch kleine Kinder – spätestens hier erkennen wir, wie verschieden die Welten sind, in denen wir leben. Bei aller Armut der Häuser, jedes Dorf hat eine Moschee. Prächtige Bauten – häufig wird noch eine Zweite gebaut. Morgens um 5:00 wird man geweckt vom lauten Korangebet …
Beeindruckt waren wir von dem Tempel (Namen vergessen), der ausdrücklich für alle vorhandenen Glaubensrichtungen gleichzeitig genutzt wird (was einfach zu sagen ist, bei 80% Moslems – aber gut). Das ist doch mal ein Vorbild und unglaublich aktuell. Hier haben wir uns auch den Segen für unsere weitere Tour geholt. Natürlich gegen Geld hat der Priester mit Eier den heiligen Fisch herausgelockt. Er kam auch; was waren wir froh. Kommt er nicht, bringt es Unglück.
In Lombok gibt es noch nicht so viele Touristen; relativ selten haben wir andere Europäer getroffen.  Relativ populär ist das Wandern zum Vulkan Rinjani (3.725m). Sehr erfreut waren wir, dass es dort Hotels gibt, die absolut guten europäischen Standard haben. Drei Tage waren wir auf der Insel unterwegs…und auf der Rücktour zu unserem Boot  wollten wir gleich Einkaufen für unsere nächste Tour. Wir sind nach Mataram gefahren und dachten – och, sind wir jetzt doch wieder in Australien. Ein Einkaufszentrum – wie zu Hause. Aber die Einheimischen können dort wohl nicht einkaufen; viel zu teuer. Die Insel hat mehrere Gesichter, aber kein Negatives.
Ein bisschen negativer ist es, wenn man sich dann doch nicht verkneifen kann, das WC benutzen zu müssen… dann wünscht man sich spontan nach Europa zurück, oder wenn man Glück hat, bekommt man spontane Verstopfungen.
Unser kurzer Aufenthalt hier ist vorbei. Morgen starten wir Richtung Christmas Island (635sm), Cocos Keeling (525sm) – Mauritius (2.350sm). Zweifelsohne liegt vor uns ein schwieriges Segelgebiet… dementsprechend kribbelt es im Bauch. Die obligatorischen Nudeln mit Tomatensauce sind vorgekocht; drückt uns die Daumen, dass wir heil ankommen. Eure GarliXe