Beim Skypen wurden wir gefragt….wie ist es da, auf dem Globus sind die Marquesas kaum zu finden!!

Aber wir erleben hier eine Überraschung… vor allem erleben wir KEIN „Leben im anderen Jahrhundert“.

Empfangen wurden wir mit französischem Baguette… was ist das für ein Genuss!! Das verbunden mit dem noch im Boot gefundenen Kaffee aus Deutschland… wisst Ihr – Geruch kann Heimweh machen.

Die Marquesas sind französisch… und irgendwie erinnert es auch an Europa…. es klingt böse, wenn ich schreibe… sauber, ordentlich… sogar die Hecken sind geschnitten. Nun, dass nur nebenbei – aber es tut gut.

Hier auf Hiva Oa ist alles üppig. Es ist eine Landschaft, die mich schnell in eine rhetorische „Patsituation“ bringt. Toll, grün, saftig – sagt es nicht. Es ist satt – tief satt an zufriedenem Grün. Die Vegetation ist noch ein Stück mehr als in der Karibik. Was richtig gut tut ist die glaubwürdige Freundlichkeit und Gelassenheit der Menschen. Wir haben uns ein Auto gemietet und sind einen Tag die Insel abgefahren. Nach ca. 1l Angstschweiß – und ca. 2h Klippenstrassen später wussten wir, warum es auf der Insel nur Geländewagen gibt. Wir haben eine atemberaubende Landschaft erlebt bis zu den Marae Takii, uralte Heiligenstätten der Ureinwohner.

Die rund 2.400 Einwohner der Insel sind gut verteilt; man kann echt nicht von Überfüllung sprechen. Die Haustiere laufen frei herum… Kühe, Pferde, Ziegen – sind am Strassenrand zu finden. Und die Anzahl der Hühner ist auf jeden Fall höher als die der Einwohner.

Wir segeln jetzt weiter zu der 90sm entfernten Insel Nuku Hiva; welche die größte Insel der Marquesas bildet. Hier ist auch das Verwaltungszentrum, ein 50-Betten Krankenhaus, Banken und das College für die Kinder der 6 bewohnten Inseln angesiedelt. Die sechs Inseln haben ca. 9000 Einwohner.

Nuku Hiva ist 2011 in die Schlagzeilen gekommen, weil der Weltumsegler Stefan Ramin von einem einheimischen Jäger gefangen und verbrannt wurde. Unvorstellbar… genauso krank und irre, wie der Selbstmord eines Co-Piloten, der 150 Menschen in den Tod reist.

Wir sind jetzt noch für die nächsten 6-7 Tage hier in der Gegend. Dann geht es weiter zu den Tuamotus – Inseln. Mitte – Ende April sind wir in Tahiti / Papeete. Dort werden wir nach ca. 3 Monaten wieder in einer Marina anlegen. Das ist auch ein Grund der Freude! Vor allem… wir bekommen wieder Landstrom. Darauf sind wir sehr stolz… die Technik mit dem Strom funktioniert. Unsere Stromversorgung… unterwegs der Wassergenerator (… ab 7kn Geschwindigkeit deckt er alles ab), die Solarpaneele, der Generator und zur Not der Motor funktioniert sehr gut.

Ansonsten sind wir streng am Arbeiten, dass die Liste der Dinge, die kaputt gehen kürzer bleibt, als die der Dinge, die repariert werden. Der Genacker ist beim Sailmaker, der Furler ist repariert.

Vom Watt&Sea ist der Propeller kaputt – ein neuer ist bestellt.

Das Dinghi ist gerade kaputt – lässt Luft; war eine schafkantige Mauer in Hiva Oa. Auf den Navionics Karten haben wir vergessen die Marquesas drauf zu laden – gut, dass wir I-Sailer vom I-Pad haben. So ist es hier… wir glauben inzwischen alles… wenn uns jemand berichtet, „Dieses oder Jenes“ ist kaputt. Die Herausforderung ist; das es hier eben keinen Schiffsausrüster gibt, wo man schnell alles besorgen kann.

Ansonsten geht es uns sehr gut, nur das Klima ist für uns etwas zu warm. In Gedanken sind wir auch bei unseren Mitseglern, wovon noch einige Schiffe unterwegs sind. Bleibt gesund und genießt das Leben – Eure GarliXe