20.10.2015 Mauritius – überall / Wir sind sehr begeistert von dieser Insel, von der Landschaft, dem friedlichen Mix der Kulturen; von den Gegensätzen zwischen „Lokal und Urlaubsgegenden“ allerdings nicht so sehr. Manchmal ist es echt krass… erst sehr super sauber und dann zu dreckig.

Nachdem wir uns für drei Tage ein Auto gemietet hatten, haben wir die Insel ganz anders kennengelernt. Port Louis (Hauptstadt) ist in der Caudan Waterfront Marina sehr stilvoll und luxuriös. Aber bei einem Gang über die Strasse wird es bunt. Kunterbunt ist es an Menschen und Waren – wirklich überall!! Vorrangig gefälschte Markenklamotten und alles – alles, was keiner braucht. Begeistert sind wir von dem Zentralmarkt, wo es alle erdenklichen Gemüse- und Fruchtsorten gibt. Froh sind wir, dass alles ordentlich auf Tischen liegt und nicht wie im Pazifikraum auf dem Boden. Die Cashmerewaren gibt es an jeder Ecke. Manchmal ist es schwierig, nichts zu kaufen… an jeder Ecke wirst du angesprochen.

Von der Insel, wissen wir nicht genau, was uns am Besten gefällt. Im Süden sind herrliche Badeund Kitestrände. Obwohl überall Hotels sind, sind die Strände nicht voll; häufig sind sie richtig leer.

Die Hotels dürfen nicht höher gebaut werden als die Palmen – freundliche Regelung. Das Wasser ist glasklar; obwohl wir schon bessere Schnorchelgegenden kennengelernt haben. Aber bei dem Vergleich, den wir mittlerweile haben, hat es wohl jede Gegend der Welt schwer. Völlig erstaunt waren wir über den gigantischen und überdimensionierten Hindutempel Ganga Talao. Das ist beinahe das wichtigste Heiligtum der indischestämmigen Mauritier. Überall auf dieser Insel findet man Tempel, Moscheen, Kirchen. Unsere Freunde, die uns gerade besuchen, sind überrascht von dem offensichtlichen friedlichen Mix der Menschen. Für uns ist es nach dieser langen Zeit fast normal… wir sehen den Unterschied der Hautfarben nicht mehr. Was wir eher sehen, sind freundliche Gesichter und eine große Hilfsbereitschaft. Das ist auch hier so. Aber dann haben wir auch erlebt, wie ein seltsam blickender schlürfender Mann in weißen Gewändern mit seinen drei völlig verhüllten Frauen an unserem Boot spazieren ging. Da hört auch unser Verständnis auf…aber es waren eher die Blicke. Die der Frauen – neugierig – der Mann blickte voller Verachtung. Da wird der Unterschied zu „unsere Welt“ sehr deutlich; wir verstehen es nicht.

Dadurch, dass wir vorrangig durch kleine Strassen fahren und immer durch die Dörfer, ist das manchmal ein wenig chaotisch, aber wir lernen auch die 3. oder 4. Strassenreihe kennen. Enttäuscht sind wir auch hier, warum die Dörfer der Einheimischen meistens dreckig sind und die Häuser nicht fertig gebaut werden. Dass allerdings haben wir auch schon im Pazifikraum nicht verstanden.

Wir besuchten ein altes Kolonialhaus (Villa Eureka) von 1835. Es ist das Haus des früheren Literatur – Nobelpreisträgers Le Clezio. Allerdings wird wohl das Eintrittsgeld nicht für den Erhalt des Hauses verwendet. Aber es ist eine schöne Anlage und der dahinter liegende Wasserfall ist auf jeden Fall eine Wanderung wert. Empfehlenswert ist ein Besuch im Kolonialhaus vom ehemaligen Deutschen Christian Wiehe, der sich in seinem Chateau Labourdonnais 1859 seinen Lebenstraum erfüllt hat. Er erbaute ein repräsentatives Kolonialhaus und erzielte mit Zuckerhandel einigen Wohlstand. Das Haus ist 1A restauriert und hat eine angrenzende Rumdestille…klar, dass wir eine Flasche erwerben mussten.

Fazit – die Insel lebt aus ihrer Geschichte. Nach wie vor ist der Zuckeranbau – neben dem aufstrebenden Tourismus – sehr dominant. Aber am interessantesten und am reizvollsten ist diese Mischung der Menschen aus den unterschiedlichen Zeitepochen der Insel. Völlig easy wird zwischen den Sprachen Französisch und Englisch gewechselt – einfach beneidenswert.

Wir haben hier noch zwei Tage – am Donnerstag starten wir 130sm nach Reunion. Eine kurze Strecke – hoffentlich wird’s gut. Passt auf Euch auf – Eure GarliXe