28.4. 2016, unterwegs…Wir sind unterwegs von Saint Maarten nach British Virgin Island. Endlich wieder unterwegs mit achterlichem Wind bei 15-20kn, gestartet 5:00 und wir segeln in den Sonnenaufgang hinein. Wir trinken unseren Kaffee und sind froh hier auf dem Wasser. Gerade kommt eine Schar Delfine vorbei; mit rosa gefärbten Bauch. Sie springen wie èh und es scheint, als wenn sie Lächeln. „Wir sind wie immer – freundlich eben“.

Wir sind ein wenig geerdet von der Karibik; wahrscheinlich ist das schon an meine mangelnde Schreibfreudigkeit über das hier Erlebte zu merken. Umso nördlicher wir kommen ist die Herzlichkeit ziemlich professionell – freundlich ausgedrückt. Durch das ständige Ein- und Ausklarieren, da jede Insel ein eigenes Land ist, kommt man überdurchschnittlich viel mit den ausgesprochen reservierten Beamten von Immigration, Zoll usw. in Kontakt. Da gefriert schon das Wohlfühlgefühl in einem – puh.

Schöne Story am Rande… Die meisten Inseln der Karibik haben zumindest eine gemeinsame Währung (Ostkaribischer Doller – obwohl, US-Dollar auch überall geht), es funktioniert (halbwegs) die Wifi-Karte und sie haben ein gemeinsames Computerprogramm für die Einklarierung. Sehr gut gedacht und theoretisch eine große Erleichterung. In der Praxis haben wir Letzteres in der Anwendung nur einmal gesehen, aber immerhin. Wenn man seine Daten noch nicht im System hat, dauert das erstmal etwas und das Wesentliche daran ist, dass das alles nur geht, wenn man eine E-Mail Adresse hat. Ohne dem geht nichts. In Antigua kam dann ein älterer Segler vorbei, frisch motiviert mit seinen Papieren und… dann der Computer. Tja, er hatte keine E-Mail-Adresse. Klassisch mit Papier war eine Einklarierung nicht möglich. Er ist wieder gegangen, „klamm heimlich“, er war nun „schwarz“ im Land.

Vielleicht liegt das mangelnde Wohlfühlgefühl auch daran, dass wir die x-te Insel anlaufen. Ist vielleicht so, wie jeden Tag die Lieblingspizza essen. Dann macht den kleinen Unterschied aus, wie die Pizza serviert wird. Gefrorenes Lächeln, oder ist ein Witz dabei. Abends um 21:30 die Tischdecke vom Tisch nehmen, mit den Worten – „Sie sind die letzten Gäste, wir haben Feierabend“. Kann auch sein, dass hier einfach zu viele Menschen – Touristen sind. Bei z.B. drei großen Cruisingschiffen hier in der Groot Bay von Saint Maarten mit jeweils x- 1000 Menschen, ist es zuviel. Am Strand dann ewig lang die Beachstühle – dicht an dicht- man kann sie mieten mit kostenfreien Wifianschluss. Dahinter dann Bar an Bar. Ein paar Kilometer weiter dann das – für uns – „Oberschreckliche“. Hotels direkt am Strand. Am Strand dann direkt (also keine 10m entfernt) eine dicht befahrene Strasse und genau dahinter der Flugplatz. Kein Witz. An den Bars hängt der Flugplan, der Strand ist voll an Menschen. Es kann sein, dass wir durch unsere Segelei der letzten zwei Jahre (immerhin waren wir 40% auf dem Wasser) einen „Schaden in Richtung weniger Menschen“ bekommen haben, aber das ist doch echt zuviel.

Auch die Preise hier sind zum Abgewöhnen. Gerade sind wir aus der Simpson Bay Marina in Saint Maarten gestartet. Für unser 44 Fuß Boot mussten wir zahlen: 21 US Dollar damit die Brücke zum Hafen aufgeht, 40 US Dollar für das Befahren der Bay (heißt aber Hafengebühr), 76 US Dollar pro Nacht Liegegebühr, 5 US Dollar pro Tag für unseren Sack Müll der nicht jeden Tag voll wurde, 24 US Dollar für ca. 450l Wasser. Da hört’s doch auf, oder? Ab und an muss man mal in den Hafen für Strom und Wasser, ansonsten sucht man sich lieber eine Ankerbucht. Diese Gebühren waren keine Ausnahme.

In dem Jolly Hafen in Antigua (nicht ganz so teuer, aber immerhin…) passt eigentlich alles. Es ist ein wunderschönes Gebiet. Herrliche Häuser mit Steg fürs Boot davor, Charterbasis für Segelboote, Schöne Strände, schöner Hafen und ein pleite gegangenes Luxushotel. Alles leer. Woran es liegt, wissen wir nicht. Kommt man aber in das dortige Hafenoffice klärt man lieber alles schnell und dann raus. Nur Professionalität reicht eben nicht, um den Aufenthalt zu verlängern. Auch nicht, wenn die Liegekosten im Portemonnaie nicht zu merken sein sollten.

Soviel also zu unserer Zeit hier. Die karibischen Inseln sind gesegnet von Natur, Palmen, Strand und Wärme. Wir haben aber gelernt, dass es auch anders geht. Die meisten – wesentlich ärmeren – Länder im Pazifik haben uns viel mehr gegeben. Vielen Dank dafür.

Wir sind also unterwegs zum nächsten karibischen Paradies. Von dort bereiten wir uns vor für den nächsten großen Ritt – 850sm zu den Bermudas. Puh, puh…, dann geht es nicht mehr Richtung Westen. Für die lesenden Nichtsegler – es ist einfach viel viel schöner Richtung Westen zu segeln mit Wind aus Südosten (also von hinten), als Richtung Norden zu segeln mit dem gleichen Wind, aber dann von der Seite oder fast von vorne. Bis bald – Eure GarliXe

30.4.16 British Virgin Island/ Gorda Island: Das ist hier tatsächlich ein kleines Paradies… leider regnet und gewittert es den ganzen Tag schon. Da tuen uns die Urlauberer und Charterer leid. Wir liegen für 35US Dollar an der Mooringboje, tja – aber nett ist’s doch. Bis bald.