Tour: Santa Cruz – Hiva Oa – Gesamtstrecke ca. 2980sm, aktuell noch ca. 2230 sm 

Tag 4: Echt, der Pazifik ist weder still, noch ruhig – bei uns ist er grau, „squallig“ und „Stimmungsmiesmacherig“. Dabei ist noch nicht mal sooooviel Wind. Wir haben ca. 15-25kn Wind, im Squall mal etwas mehr, aber es ist ok. Die Wellen sind kabbelig und nehmen eine direkte Verbindung zum Magen auf. Ein Blick in den Himmel, es ist einfach alles grau. Ein Blick Richtung Horizont – da ist nur Wasser – überall. Die Stimmung steigernd ist auch nicht die Tatsache, dass sich unsere Fock nicht mehr auf- oder zurollen lässt. Aber das Problem haben wir heute Problem sein lassen und haben uns darauf konzentriert, uns an diese Schaukelei zu gewöhnen. Nur mit Großsegel segeln wir auch immer über 7-9 kn – reicht ja. Da tröstet es schon, dass 14 Boote der ARC Flotte irgendwo um uns herum sind. Wir sehen nur niemanden – da ist einfach überhaupt nichts, ausser Wasser.

 Tag 5: Heute ist Sonntag – und ich könnte die gleichen Sätze vom Vortag schreiben. Der Wind kommt mit 90° von vorne, was das Leben an Bord in eine Zirkusveranstaltung verwandelt. Da schleicht sich schon mal der Gedanke ein … und warum machen wir das noch mal???!.  Es gibt aber immer wieder positive Dinge. Wann und wo hat man mal soviel Zeit, um zu lesen. Der sicherste Ort ist irgendwo auf der Leeseite des Bootes (dem Wind abgewandte Seite – man ist also schon unten und kann nicht mehr fallen). Wir lesen und schlafen uns so durch den Tag … – und der geht dann doch irgendwie schnell vorbei.

Die Rollvorrichtung der Fock ist noch nicht repariert; da vorne auf dem Vorschiff ist gerade der denkbar ungünstigste Arbeitsort. Auch ohne Fock hatten wir ein Etmal (zurückgelegte Strecke in 24 Stunden) von 207sm. Dumm ist eben nur, dass wir uns damit eine Reffmöglichkeit genommen haben. Vielleicht gibt es morgen mal ein paar Windpausen, besser Squallpausen. Morgen wird „eh ein besserer Tag“ da wird vor der noch zu segelnden Strecke eine „1“ stehen – das motiviert.

Bis dahin – Eure GarliXe

Zwei Stunden später: Diagnose der Rollvorrichtung ist beendet – mit einem niederschmetternden Ergebnis. Das Drucklager vom Furler im Mast ist kaputt. Das werden wir von hier aus wohl auch nicht reparieren können. Bleibt unser Großsegel – nun ja; dann dauert das hier wohl alles etwas länger.