31.3.2015 / Marquesas / Nuku Hiva/ Bay de Taioa

Es ist eine Bay die an Norwegen erinnert – gut, nicht die Palmen, aber diese unglaublich hohen Berge. Hier fühlt man sich geschützt. Wir machen wieder einmal eine „schönste Wanderung“; haben ein „schönstes Erlebnis“. Wir sind uns einig: es gibt mehrere „Schönste“, was nicht unbedingt heißt, „schöner“ als das letzte „Schönste“. Ihr wisst schon!

Endlich wollen wir zu einem Wasserfall wandern; Jens wartet schon so lange drauf. Wir landen mit dem Dingi im Dorf einer Familie und werden begrüßt mit Geschenken. Dicke fette Früchte aus dem „Garten“. Pampelmusen – groß wie Köpfe. Immer wieder diese Freundlichkeit – es ist eine glaubhafte Freude, uns in ihrem zu Hause zu begrüßen. Diesmal sind wir vorbereitet und bringen Schokolade mit; obwohl ich von der Schokoladenidee nicht so begeistert bin – es war nicht meine beste Idee Schokolade aus Deutschland 9 Monate unter den Bodenbrettern mit zu nehmen – aber ich wurde überstimmt.

In diesem Dorf wohnen ca. 20 Menschen, alle sind miteinander verwandt und jeder begrüßt uns erneut.  Vor 200 Jahren sollen hier in der Bay 20.000 Menschen gelebt haben, jetzt wohnen auf allen Marquesas Inseln nur rd. 9.000 Menschen.  Wir wandern 2h durch eine ursprüngliche Natur, die sich nicht beschreiben lässt. Es ist „der Regenwald“, wie ihn sich jeder vorstellt. Wir laufen durch eine Fruchtbarkeit die kaum Seinesgleichen findet. Die hohen Berge sind häufig eingehüllt von Wolken, durch den Wald fließt ein Süßwasserfluss, der das Tal mit Wasser versorgt. Wir finden noch die ursprünglichen Mauerreste der Bewohner; manchmal noch alte Tipis (die Götterfiguren); können uns das Leben der damaligen Menschen hier vorstellen. Irgendwann können wir in dem Fluss baden – eine Cellulitemassage – hoffentlich hilft es! Wir gehen weiter und gerade als wir uns umdrehen sehen wir armdicke Aale in dem Fluss. So wollen wir es glauben, dass es keine Schlangen waren. Der Wasserfall an sich war kaum da, doch noch zu wenig Wasser. So hocken wir auf den Steinen in dem „Quellsee“; ziehen unsere Beine ganz fest an uns und beobachten die Flusskrebse, wie sie ihren Kampf um unsere Pampelmusenreste kämpfen. Es liegt wohl in der Natur, dass der eine Krebs das vom anderen Krebs haben möchte – egal, ob wir ihm ein eigenes Stück hinhalten. Das andere Stück ist sicher besser – der wahre Kampf wird weg von uns unterm Stein ausgetragen.

Wieder gehts die 2h zurück und wir werden von den Bewohnern im Dorf mit gebackenen Bananen und kalter Limonade zum Ausruhen und erzählen aufgefordert. Gut das Hanna mit ihren Französischkenntnissen dabei ist. Jetzt kaufen wir an allen „Familienstationen“ Obst – Jens ist dick bepackt mit Pampelmusensäcke. Hoffentlich sind die Bewohner der Tuamotus Inseln wirklich so heiß auf das Obst, ansonsten bekommen wir einen Vitaminschock.

Endlich zurück an Bord haben wir noch heldenhafte Arbeit zu leisten. Auf den gesamten Marquesas – Inseln gibt es kein Trinkwasser, was die Segler tanken sollten. Aber hier in der Bay kommt es vom Berg und die Bewohner haben nichts dagegen, dass wir uns 200l holen. Theoretisch kein Problem, aber der Schwell der Anlandung macht Jens zum Helden und wir haben jeden Tropfen hart erkämpft.

Ihr habt Recht, wir haben doch einen Wassermaker. ABER, ich schreibe nie wieder, dass wir kein Energieproblem haben (s. letzter Blog)!!! Wenn wir unterwegs sind mit unseren mind. 7kn stimmt das, aber hier mit der Ankerei und dem häufig bedeckten Himmel, sieht das völlig anders aus. Da nuddelt der sehr große Wassermacher (50l/h) die Batterien leer, was mittlerweile ein Problem wird.

Aber dann geht es am Abend wieder in die Nacht Richtung Tahuata (gegenüber von Hiva Oa) zum nächsten Rendezvous der ARC Flotte. Inzwischen sollen alle Boote angekommen sein, das letzte Boot kam rd. 10 Tage nach den ersten 5 Booten.

Jetzt – es ist der nächste Tag – 11:00. Wir sind platt von der Nacht, dicke Squalls haben uns schlecht schlafen lassen. Wieder schauen wir auf hohe mit Palmen bewachsene Hänge der nächsten Insel. Heute regnet es und wir hocken unterm Bimini und genießen auch das mal, ist ein wenig wie zu Hause im Herbst. Mit einem Pott Kaffee in den Nebel zu sehen.

Eure GarliXe