Tour: 8.6.-10.6.15 Tonga – Fiji / erstes Ziel Lau Group – Vanua Balavu / Distanz: 290sm 

Ja, die Überschrift ist etwas ungewöhnlich. Aber Angesichts der Bedeutung von diesem chemischen Prozess der Feuchtigkeit, ist es mehr als überfällig, darüber mal zu schreiben.  Größter „Reißer“ hier sind zur Prophylaxe wasserdichte Boxen und Plastiktüten mit Zipp – Verschluss und zur Therapie WD 40. Letzteres ist das Allheilmittel hier überhaupt und gibt es übrigens in fast jedem Laden der bisher ersegelten Welt; steht häufig gleich neben Nesquik und Nutella – ist ja auch ähnlich wichtig!

Ohne WD 40 würde die Welt hier wohl leicht „festgefressen“ stillstehen.  USB Sticks, die nur so rumliegen, fangen an zu rosten. Auch an den Computern die ohne Hülle rumstehen, entsteht an den USB Kontakten eine leichte rötliche Schimmerschicht; die 50% der Sticks als nicht mehr lesbar deklariert.Was ist die beste Getränkeverpackung? Büchsen? – weit gefehlt. Besteht nur der Hauch eines Verdachts, dass mal irgendwann ein wenig Salzwasser vorbeikommen kann, verflüchtigt sich diese in ihre Bestandteile. Ich denke, es reicht schon die salzige Luft. Und dann beginnt das Drama – lass es eine Colabüchse sein, die ein wenig Salzwasser abbekommt, diese frisst sich gerne zu ihrem Nachbarn heran – und zack sind 20 Proseccobüchsen zwar noch geschlossen, aber leer.

Letztens war zu Hause leichte Panik, da unsere Tracklinie im Internet nicht mehr zu sehen war: Waren wir vom Pazifik verschlungen? Nein, bei unserem Yellobrick (der SAT – Sender), den ich erst frisch geladen hatte, waren die Kontakte angefressen und er hat sich spontan entladen.

Wir wollen zum Tanken an den Steg: So nach einer Woche starten wir die Raymarine Geräte und uns schauen nur Striche an; keine Tiefe, Uhrzeit oder GPS – einfach nichts mehr. Nach fünf Stunden schweigsamen Jens und weitere Scharten an seinen Beinen kam ein angegammelter Datenverteiler ans Licht.

Und so geht es weiter. Vakuumverpackte Nüsse sind innen klatschnass, Schokolade nach wenigen Wochen ist echt eklig. Völlig unbrauchbar sind Reißverschlüsse. Ob an Jacken, Foto- oder Werkzeugtaschen – sie gehen einfach nicht mehr zu. Die Auswirkungen könnt Ihr Euch vorstellen. Selten können wir sie mit WD 40 oder Spülmittel davon überzeugen, ihren Dienst wieder aufzunehmen. Mittlerweile glauben wir diesbezüglich alles – und sind streng hinterher, möglichst alles – echt alles in ihre wasserdichten Hüllen – wenn es denn welche sind – zu legen.

Auch fühlen wir uns sehr geschmeichelt, wenn Passanten vorbeikommen und meinen, dass unser Boot „wie neu“ aussieht. Wir geben uns sehr viel Mühe, dass unsere GARLIX blitzgeflegt ihr Ziel erreicht. Leicht überlege ich aber, was passiert mit uns. Ob uns die regelmäßigen Salzwasserduschen wohl auch etwas angammeln?

Wie siehts sonst so aus bei uns? Wir sind unterwegs von Tonga nach Fiji – nur erfreuliche 300sm zur nächsten Insel (übrigens, das ist die gleiche Entfernung wie von Greifswald nach Visby auf Gotland) . Der Pazifik ist ausgesprochen freundlich, es ist gut wieder unterwegs zu sein. Die Batterien freuen sich – endlich wieder Watt&Sea Strom.

In Tonga hat sich die ARC World Flotte bis Fiji mit der ICA- Rally zusammengetan. Das ist eine organisierte Tour von Neuselland, nach Tonga – Fiji – Vanuatu – Neukaledonien und zurück. Sie flüchten vor dem Neuseeländischen Winter. Insgesamt sind das ca. 20 Boote und wir segeln jetzt gemeinsam Richtung Westen. Ein ungewohntes Gefühl mit soviel Begleitern. So richtig klasse finden wir das besonders in der Nacht nicht. Es ist in der Nacht und rechts neben mir sehe ich ca. 5 Lichter, aber nur 2 AIS auf dem Plotter; ein unsicheres Gefühl.

Ansonsten geht es uns gut, wir genießen unser Boot und dieses Leben. Eure GarliXe

10.6.15 – wir sind gut angekommen, immigriert in Fiji und haben damit unser 18. Land erreicht. Was hier so los ist, werden wir für Euch erkunden. Bis später!