23.7.14 Ramsgate: englische Hafenstadt im östlichen Kent, 38.000 Einwohner, unglaublich viele Cafes … und Friseure….; nette alte und stolze Stadt… man ist allerdings schnell durch damit…-)

25.7.14 Eastbourne: stellt sich die Frage, wo die Stadt ist. Es ist ein Luxushafen, sicher geschützt in einer Urlauberhochburg, kein englischer Charme, dafür kann man Windstärke 10 hier abwettern

Und schon klärt sich beim Schreiben dieser Zeilen, warum so viele „Schwerwindsegelsituationen“ und „Kämpfe mit dem Sturm“ in anderen Segelbüchern beschrieben werden. Ganz einfach – es schreibt sich besser drüber… bisschen Aktion und Kampf. Ganz sicher kommt das auch noch – aber erstmal zu unsere Zeit hier… wir schweben vor Segelfreude!!! Und das zu beschreiben ist eher langweilig – man muss es erleben. Das ist das Wetter, wo jeder frauenlose Skipper seine neue Freundin (vorübergehend) vom Segeln begeistern kann!!

Wir erleben diese Strasse von Dover und den Englischen Kanal in einer einzigen blauen Sonnenpracht. Wir werden beschenkt… dann noch mit dem richtigen Wind. Nord – Ost 15 Knoten und das bei eigentlich vorherrschenden Westwinden! Ist das nicht ein Glück!!! Bei dieser Gelegenheit kann ich doch gleich mal unsere Segelkumpels an Bord vorstellen – unsere SEGEL – ganz, ganz wichtige Begleiter mit an Bord!!

Zum Einen der Standard: Großsegel 64qm) und die Fock (47qm) – welche die Hauptarbeit an Bord leisten. Beide sind aus Dyneema Hydranet- also aus sehr gutem und haltbaren Material. In Vorbereitung auf diese Reise haben wir beide Segel überprüfen und an verdächtigen (Scheuer-) Stellen verstärken lassen. Das Großsegel hat ein drittes Reff bekommen; damit wir es in Sturmsituationen möglichst verkleinern können.

Dann haben wir eine Sturmfock an Bord – bisher schon einmal gebraucht (Gott sei dank) – nur 12qm groß und wird über dem Vorstag befestigt. Klingt einfach so beim Schreiben…. bei richtig fetten Wetter ist das nicht spaßig!! 

Dann kommen unsere zwei Spaßmacher!! Das größte Segel an Bord mit rd. 160qm ist der Genacker! Dieses Segel wird genommen, wenn der Wind nicht direkt von hinten kommt, sondern mit einem Windeinfallwinkel von 100 – 150°. Es verlangt IMMER 100%-tige Aufmerksamkeit – diese Größe ist schon gewaltig. Da wir schon 1000 tolle Nummern mit dem Riesending erlebt haben, habe ich es MONSTER getauft. Jede kleine Unaufmerksamkeit wird bestraft – macht aber auf der anderen Seite auch viel Spaß. Diverse Segelmanöver beschreibe ich später mal.

Ganz neu hinzugekommen ist „die kleine Schwester“ vom Monster – ein Code Zero (wer kam bloß auf diesen blöden Fachausdruck – klingt wie Zorro… naja) Ein von der Größe eher zartes Segel mit  rund 70 m und man segelt es beim Windeinfallwinkel zwischen 60 – 100° – oder auch voll ausgebaumt, wenn der Wind von hinten kommt. Für diese Situation (Passat) kam extra noch ein ca. 5m langer Spibaum an Bord  – voll aus Carbon natürlich.

So – das sind sie – unsere Begleiter. Warum die Beschreibung bei solch klasse Segelwetter!! Na ja – vor lauter Glück werden alle Segel mal rausgeholt, da der Wind und die Windrichtung NIE stabil sind und man eben mal alles ausprobieren kann!! Vor allem, wenn man solch einen ambitionierten Kapitän an Bord hat…-)

Jetzt noch kurz zu den Orten, in denen wir waren!! Ramsgate ist unsere erste englische Stadt!! Ist mittelprächtig – aber das war uns auch egal!!! Es ist der ERSTE englische Ort als Segler – und nette Fotos haben wir auch rausgesucht – s. Fotogalerie!! Etwas dumm ist, dass es kein Wifi im Hafen gibt – dafür aber in jeder Kneipe… . Also jetzt die Situation vorstellen – Jens und ich setzen uns – jeder mit Laptop-  ins Pub und arbeiten weiter an der „Liste“ – oder an der Homepage oder an sonst was. Klasse (modernes) Bild und so kommunikativ!!

Eastbourne braucht man nicht erwähnen. Hier wurde der Ort am Hafen vergessen… Es ist ein Luxushafen innerhalb einer Urlauberhochburg. Brauchen wir nicht; wir starten am nächsten Tag gleich weiter. Bis später – Dg

PS… noch mal kurz zum frauenlosen Skipper – und wie er die neue Frau begeistern kann. Ein Vorteil am Segeln ist auch, dass die Duschen und Toiletten meistens leerer sind, als bei den Männern. Wann kommt das schon mal vor!!!!!