Tour: Inverness / Schottland – Grenaa / Dänemark – Distanz ca. 560sm

21. Juli 2016 Unsere letzte längere Distanz – drei bis vier Nächte von Inverness nach Dänemark Höhe der Insel Anholt lagen vor uns.

Nach zwei Tagen hatten wir wieder blauen Himmel – Willkommen, Willkommen zurück!! Nach drei Wochen alles grau in grau eine wunderbare Überraschung. Wir schlichen durch die Öl- und Gasplattformen vor Schottland. Riesige beleuchtete Türme im Wasser. Diese Überquerung der Nordsee gehört wohl zu unseren langsamsten Touren – aber besser so….

Dann streifen wir kurz Norwegen und segeln bis 3sm an die norwegische Küste ran. Es ist eng hier zwischen Norwegen und Dänemark und wir segeln sicherlich über erschreckend viele Wracks aus den Kriegen dieser Zeit.

Dann baut sich ein Spukschloss um uns auf…. ganz plötzlich ist er da – Seenebel. Was für eine Gruseligkeit. Wenn wir nicht mit ca. 30-40 Schiffen gemeinsam Hauptdarsteller in diesem Schauspiel wären, wären wir wieder verzückt von der Einzigartigkeit der Natur. Vor uns ein großer Bogen – wie ein Regenbogen ohne Farbe – wie ein Eingangsportal zur begrenzten Sicht. Sicht unter 50m – puh. Dank an alle Schiffe mit AIS (automatisches Signal – kann man auf dem Plotter sehen). Trotzdem, wir wissen damit zwar, dass das jeweilige Schiff mit ca. 300m an uns vorbeifährt, wir sehen es aber nicht. Nur die Propellergeräusche – das ist die Vorlage zum Gespensterfilm. Da wir wissen, dass nicht alle Schiffe AIS haben, hauen wir lieber ab aus der Landnähe und hoffen, alle Hindernisse auf dem Radar zu sehen.

So schnell wie es gekommen ist, geht der Nebel wieder… gut so. Welch eine Befreiung.

Wir schleichen weiter bis wir endlich die Untiefentonne von Skagen haben; und müssen einsehen, dass wir noch eine Nacht dranhängen müssen. In Grenaa (gegenüber von Anholt) wollen wir uns mit lieben Freunden treffen. Immerhin waren sie bei unserem Start so mutig und haben vor unserer Abfahrt ihre Flüge nach Spanien gebucht – wir fanden das Vertrauen in uns, dass wir das auch schaffen, einfach Klasse. Zwei Jahre ist das her – ZWEI JAHRE!!

Zünftig verabschieden wir uns vom Atlantik – Nordsee Neptun. Wir bedanken uns für die Zeit. 18.000sm sind wir auf diesen Gewässern – dreimal über den Atlantik – gesegelt. Ab und an gab es eine kleine Warnung …“ich kann auch anders…“, aber alles in allem hatten wir eine gute Zeit. Wir sind hier und wir sind heile und sind immer noch nicht so richtig Segelmüde.

Dann haben wir eine zauberhafte zweite „letzte“ Nacht. Segeln an Läsö vorbei, bei wenig Wind und keiner Welle. Es wird nicht richtig dunkel hier; wie wir das genießen.

Dann am Morgen eine nächste Überraschung. Ein Funkspruch von der Yacht EASY, einer Swan 44. „GARLIX – Willkommen zurück im heimatlichen Revier“. Tatsächlich, dass war unser erster Funkspruch, unser erster Kontakt hier in unserem Zuhause. Welch eine Freude von einem uns unbekannten (Blog)leser. Danke. Es gibt viele Aspekte solch einer Weltumsegelung. Ein besonders Positiver ist die (ferne) Begleitung von Menschen, Nicht alle sind uns persönlich bekannt. Ein schöner Austausch!

Damit ich nicht nur „schwelge“ in unseren letzten Meilen – ein Negativum gibt es… das Echolot. Nach so langer Zeit mit Wassertiefen über 100 – über 1000de Meter sind 8m auch recht Gruselig. Nun sind wir 3sm vorm Ziel – gleich da. Es muss einfach ein guter Tag werden! Den wünschen wir Euch auch – bis bald – Eure GARLIXe