21.11.15 Wir sind immerhin schon in Durban…85sm weiter von Richards Bay…immerhin.

Niemals hätten wir gedacht, dass das Wetter hier so kompliziert ist. Ja, wir wussten auch, dass an den Küsten Südafrikas mehr Wind ist, wir mehr aufpassen müssen, aber das hier schlägt doch wohl alles…

Überrascht stellen wir fest, dass ein sonst sonst sehr ruhiger Kumpel an Bord zu neuem sprudelndem Leben erwacht ist. Ein Jahr fristet es schon sein Leben bei uns an Bord; immer im Verdacht, dass es ohne besondere Liebe vom Käpt’n eingebaut wurde… da es sich einfach kaum bewegte. Bis jetzt! Jetzt aber…läuft es zu Hochtouren auf; es springt hoch und runter; locker in 24h um 15 -20 Millibar. Ja, unser Barometer lebt sozusagen. Die Faustregel lautet, ist es am sinken, kommt der Wind aus nördlicher Richtung, dann wechselt die Windrichtung meistens begleitet von langanhaltenden Gewittern, dann pfeift es die nächsten 24-36h aus südlicher Richtung. Und immer so weiter… Die Wetterfenster sind sehr kurz und die Vorhersagen sind auch 48h vorher nicht sicher. Solch ein kurzes Wetterfenster haben wir gestern Nacht ausgenutzt und sind bei immer über 30kn Wind nach Durban geflogen. Warum ist der nördliche Wind so wichtig?

Aufgrund des Agulhas Stroms, der von Nord nach Süd mit bis zu 6 kn strömt, können wir nur bei nördlichen Winden Richtung Kapstadt segeln. Achtet man darauf nicht, wird vor bis zu 20m hohen Wellen gewarnt. Kaum vorstellbar, aber testen wollen wir es nicht. Also warten wir brav ab.

Nun sind wir in Durban und sehen uns diese Großstadtkulisse an; denn der Hafen hat leider keinen Liegeplatz für uns und wir liegen vor Anker. Wir konnten gestern nur die behördlichen Dinge erledigen; was immerhin ca. 4-5h gedauert hat. Das allein ist Stoff für ein Theaterstück; aber es wäre für den Betrachter wohl zu langweilig. In Südafrika ordentlich einklariert und immigriert sind wir schon in Richards Bay und haben unser Visum für 3 Monate. Dann muss man aber in jedem Hafen zusätzlich auch zur Immigration, zum Zoll und zur Hafensicherheit. Ohne einen Einklarierungs- und Ausklarierungsstempel aller drei Behörden dürfen wir den Hafen nicht verlassen. Also spontan los ist schlecht möglich, insbesondere, wenn es am Wochenende ist, da nicht alle dieser Behörden am Wochenende arbeiten.

Jetzt liegen wir also hier und um uns herum pfeift es wieder mit über 30kn; leider aus südlicher Richtung. Unser Boot hängt also nur an diesem Anker…Leute, das werde ich später nicht vermissen. Dieses ständige Heulen des Windes ist ausgesprochen nervig.

Einzig gute Nachricht ist, wir haben vorher genug Gigabyte gekauft und haben gutes Internet an Bord. Was sonst noch… wir sind gesund und unserer GARLIX geht’s gut…ansonsten haben wir – positiv ausgedrückt – etwas neutrale Stimmung. Bis bald – Eure GarliXe