Die Zeit hier in Suwarrow ist umschattet von richtig schlechtem Wetter. Was wir schon im letzten Blog angekündigt haben, hat sich mehr als bewahrheitet. Wir liegen in unserer „geschützten“ Ankerbucht bei bis zu 30kn Wind. Dieser viele Wind kommt nicht in Böen, sondern ist leider ausgesprochen beständig. Um uns herum die Riffe; alle Leute auf den hier liegenden Booten denken das Gleiche – „hoffentlich hält der Anker“. Unser Boot hängt letztlich an einer 8mm Ankerkette; wir ankern auf 17m Tiefe. Bei besonders viel Wind unterstützen wir den Anker mit dem Motor. Dieser allgegenwärtige Wind und das rucken an der Ankerkette ist absolut nervig; an ruhigen Schlaf ist nicht zu denken. Geschlafen, bzw. gewacht haben wir mit unserem Ankeralarm (vom I-Sailer) in der Koje.

Aber wesentlich schlimmer als letztlich doch irgendwie in der geschützten Ankerbucht zu liegen, haben es die anderen ca. 10 Boote der ARC Flotte, die erst so viel später aus Bora Bora losgesegelt. sind. Die Boote haben dort draußen Nord – bis Nordwestwind bis 35kn Wind. Es ist nicht der stärkste Wind, den wir bisher hatten. Auch auf den Strecken nach Kolumbien, oder von Las Perlas nach Galapagos hatten wir bis 35kn und mehr Wind. Das Problem ist die Windrichtung. Der Passatwind hat sich umgekehrt, aber die Wellen nicht. Die Boote haben den Wind von vorne mit einer teilweisen Kreuzsee. Wenn sie ablaufen zurück Richtung Süden, dann fahren sie in den Sturm richtig rein. Es heißt durchhalten. Laut unserem bisher genialen Wetterwelt – Daten dreht der Wind morgen wieder zurück auf Südwest, bzw. Südost und nimmt an Stärke erheblich ab. Die Kaltfront des Tiefs ist dann durchgezogen. Übrigens – wer unser Wetter mit einem Wetterkundebuch nachvollziehen möchte – wir befinden uns auf der Südhalbkugel. Es ist hier alles andersrum. Ansonsten stimmt es wie im Bilderbuch.

Morgen wollen wir starten; sicherlich gemeinsam mit den hier liegenden Booten. Gemeinsam beim Bier gestern Abend wurden die Daten besprochen. Kann sein, dass längeres Warten auch nicht schlecht wäre, aber der Wind nimmt drastig ab, aber eben die Wellen nicht. Da man nicht ständig auf dieses Heulen des Windes achten kann, habe ich heute schon ein großes Brot und zwei Apfelkuchen gebacken. Essen beruhigt eben! Davon abgesehen war gestern noch ein klasse Tag und wir liegen hier vor dem Inselklecks Suwarrow. Es ist schon fast bizarr, dieser kräftige und harte Riffklecks aus Koralle strotzt dem Pazifik. Ein dichter Palmenwald hat sich gebildet und Mitten drin wohnt Harry mit seiner Frau. Er ist Immigration, Gesundheitsamt und Zoll gleichzeitig und lässt uns endlose Papierstücke ausfüllen, damit wir seine Insel betreten dürfen. Vorher wurde noch schnell unser Boot mit irgendeinem Insektenvernichter ausgesprüht. Insgesamt kommen immerhin in den sechs Monaten von April bis Oktober ca. 130 Boote vorbei.Gestern Abend haben wir auf der ARC Flagge von HUGUR alle unterschrieben und haben sie den Inselwächtern übergeben. Wir vertreten die ARC würdig, auch wenn unser „ARC Viktor“ nicht hier ist. Er ist zur Unterstützung auf MAKENA mit gesegelt, die aber auf Bora Bora gewartet haben.

Morgen werden wir starten Richtung neuem Land und neuer Insel. Wir segeln nach Niue, was ca. 540sm südwestlich liegt. Drück uns die Daumen, dass alles gut wird mit dem Wetter. Eure GarliXe  Nachtrag – hatte ich schon geschrieben, dass die Haie um unser Boot schwimmen? Wenn das nicht passt – Also – lasst es Euch gut gehen!.