Es ist der 3. Juni – die ARC hat für uns wieder diesen klasse Abend organisiert. Mit Dancing und Music der Einheimischen. Wir werden vom diesem Tonga unglaublich herzlich und ehrlich begrüsst. Es macht Spaß hier zu sein, es ist irgendwie normal…. nach drei Stunden fängt das Personal an auszufegen…. und wer sagt es… mit einem schwingenden Besen und cooler Musik fangen plötzlich alle gemeinsam an zu tanzen. Leute!! – was für ein leichter und unbeschwerter Abend. Wir haben Stunden miteinander getanzt – uns geht es gut hier. Die Preise im Restaurant sind wieder normal, im Laden gibt es nicht wirklich was zu kaufen, aber egal. Wir fühlen uns nicht abgezockt, auch wenn die Menschen hier nicht viel haben, das Lachen wirkt ehrlich.

Beindruckend sind die Kleider der Tänzer – das lohnt echt, den Werdegang zu beschreiben. Aus der Rinde eines Baumes (Namen vergessen) – mit einem Umfang von ca. 5cm gefertigt. Der Baum wird geschält, gewickelt und getrocknet. Dann wird die Rinde gewässert und endlos beklopft. Aus 5cm werden ca. 20cm und es ist recht dünn. Daran wird die nächste Bahn geklopft usw.. Das ganz wird traditionell bemalt und von hinten mit einem dünnen Stoff geschützt. Aus dieser geklopften Rinde sind nicht nur die Kleider der Tänzer, auch Bilder oder andere Dekogewänder. Wir waren davon so begeistert und haben gleich eine riesige Stoffbahn gekauft. Wieder etwas zum Unterbringen…allein deshalb müssen wir nach Hause kommen – der Platz reicht sonst nicht im Boot aus.

Auch diese Bastmatten, die sich die Menschen hier zu besonderen Anlässen um die Hüften binden, muss ich kurz beschreiben. Sie sehen aus wie Bastmatten; sind aber aus Palmenblätter. dieser werden getrocknet und dann zu diesen – eigentlich sehr dicken – Matten verflochten, die als Art Rock dienen. Sie sind ein Ausdruck des Respektes – bei der mittlerweile wieder eingetretenen Wärme müssen sie echt störend sein – aber das können wir sicher nicht verstehen. Es werden alle Bestandteile der Kokospalme hier verarbeitet.

Wir liegen also immer noch in Tonga in Vava’u  in der geschützten Bucht und ich scrolle so durch unser Logbuch – das ist hier unser längster Hafenaufenthalt überhaupt seid unserem Start aus Deutschland.  Es ist einiges passiert in den letzten Tagen. Vor allem, dass wir nach sieben (!!) Monaten wieder allein auf unserem Boot sind. Hanna ist von Bord gegangen und ist heute schon in Fiji. Von dort hofft sie, schneller als mit der World ARC in Australien zu sein. Mit ihr waren wir fünf Monate auf diesem engsten Raum. Das das geklappt hat, darüber wundern wir uns immer noch. Wir hatten so viel Spaß miteinander; irgendwie hat es eben gepasst. Wir sind 8.048sm miteinander gesegelt… das waren 34% auf unserem Weg von St. Lucia nach St. Lucia. Liebe Hanna, wir wünschen Dir ALLES GUTE und das Du einen Weg findest, Dir Deine Ziele und Wünsche zu erfüllen!!!! Und ganz bestimmt magst Du nicht, dass ich das in den Blog reinschreibe – weiß ich – und trotzdem!!

Tja, und nun müssen wir mit den ganzen „Englischsprechendenschnellsprechern“ selbst klar kommen. Wisst Ihr eigentlich, wie viel unterschiedliche Dialekte es in dieser Sprache gibt… da sind die Engländer echt die, die man am Besten versteht. Oder vielleicht auch nur deshalb, weil sie mit uns nur solch „Babyenglisch“ sprechen? Naja, wir genießen unser Boot; es ist gut, mal wieder allein zu sein und wir „pottern“ uns durch’s Boot. Boot und wir haben eine Pause verdient, einfach mal windstill hier zu liegen.

Am Montag starten wir Richtung Fiji – und machen zuerst Halt in der Lau – Group. Schaut mal nach wo das ist – bisher haben noch nicht soviel Boote dafür eine Erlaubnis bekommen. Dann wollen wir unser Boot rausnehmen – unsere GARLIX hat einen neuen Unterwasseranstrich verdient. Es geht also weiter – Richtung Westen. Bleibt bei uns – Eure GarliXe

PS: Ach so, nebenbei, wir haben einen Preis gewonnen. Von Raiatea nach Suwarrow und dann nach Niue (insgesamt ca. 1500sm) haben wir den ersten Platz belegt. Aber ganz ehrlich – wir sind so froh, dass alle Boote heil und gesund angekommen sind, da ist uns das gar nicht so wichtig. Es war ziemlich mieses Wetter; Sturm bis über 50kn Wind.