31.5.15 Tonga / Vava’u

Angekommen sind wir hier vor zwei Tagen… und seid einiger Zeit schleicht sich der Gedanke ein, was wir dem Wettergott wohl getan haben… es ist (verhältnismäßig) kühl, regnerisch und die letzten Etappen ähnelten eher handfestem Ostseesegeln. Die Tour von Niue nach Tonga war nichts, um Ladys von dem Hobby zu begeistern. Bei bis zu 30kn Wind, ekeligem Regen und fetten Wellen haben wir nach gefühlten 100 Jahren unser dickes Wetterzeug’s rausgeholt. Dumm war, dass auch hier die Reißverschlüsse vergammelt sind…Mist – läuft das Wasser rein.

Angekommen sind wir wieder rasend schnell; nicht ganz gewollt. Den zweiten Tag sind wir nur mit Vorsegel gesegelt und trotzdem waren wir in der Nacht um 3:00 hier. Was macht man dann… warten wäre sicherer – das wissen wir. Aber bei diesem Wind draußen warten; es gibt Schöneres. Die Einfahrt sah gut aus und wir haben es gewagt, in tiefer Dunkelheit in die geschützte Bucht zu gehen. Alles gut gegangen… und dann… kommen so die Seglerprobleme. Eins davon begleitet uns zuverlässig, seid wir aus Deutschland weg sind… Wifi. Ja, ja, da könnt Ihr sagen… „ich wäre froh, wenn ich mal keine Mails bekomme…“. Stimmt vielleicht (obwohl wir uns sehr über Mails und Kontakt zur Heimat freuen), aber das Seglerleben ist auf Internet aufgebaut. Ob Wetter, Länderinfos oder Visum – wir brauchen es. Niue hat sich damit gerühmt… jeder hat freies Internet. Es war ein Lacher…25 Dollar und dann – ewige Langsamkeit. Hier… es gibt genug Kneipen mit freiem Internet – aber dann – landesweite Stille. Nach dem x-ten Bier baut sich irgendwann die notwendige Seite auf – ehrlich, das macht keinen Spaß!

Aber, wir müssen ein Visum für Australien beantragen. Und da unsere englischsprachige Hanna noch an Bord ist, wollte ich das Problem hier lösen! Sind wir also um 10:00 von Bord – irgendwo wird’s doch was geben. Aber nach zwei Kneipen und einem Internetcafe habe ich beschlossen ein separates Modem mit diversen GB zu kaufen. Astteuer… aber geschlagene 6 Stunden (!!!) später hatten wir das Problem gelöst. Visum ist da und ich fühle mich wie nach einem Arbeitstag. Ganz sicher bin ich mir, dass die lieben Programmierer mit ihren gut gemeinten auszufüllenen Internetdingen nicht wissen, dass Wifi im wahren Leben einfach nicht ausreichend verfügbar ist.

Nun, vielmehr Probleme haben wir gerade nicht. Und glaubt uns, darüber sind wir unendlich froh. Toi, toi, toi – die Technik an Bord funktioniert, gerade keine kaputten Segel oder sonst irgendwas. Wir liegen in einer super geschützten Bucht in Vava’u. Das ist ganz nördlich der Monarchie Tonga. Hier gibt es noch einen richtigen König, der wohl auch was zu sagen hat. Die Schweine laufen auf der Straße rum, wie bei uns die Hunde. Den Sinn der Bastmatten um den Hüften der eher fülligen Menschen haben wir noch nicht rausgefunden, aber das kommt noch. Fotos zeigen wir später – dank meines tollem Modems mit GB komme ich ja jetzt ins Netz; welche Freude.

Übrigens, bei uns ist jetzt Abends, wenn in Deutschland alle am Frühstückstisch sitzen. Wir haben den 27. Mai verloren… zack war es 24h später. Nun „kämpfen“ wir uns an die deutsche Zeit wieder ran – und dann sind wir wieder zu Hause. Naja, so schnell geht es nicht – und das ist auch gut so. Passt auf Euch auf!! Eure GarliXe