Vanuatu: ist eine Inselgruppe mit 83 Inseln, wovon ca. 67 bewohnt sind. Der frühere Name war „Neue Hebriden“ und war eine englische und französische Kolonie. Seit der Unabhängigkeit 1980 hat die Inselgruppe ihren neuen Namen. Es leben hier rd. 253.000 Menschen. Geografisch liegt Vanuatu an der Nahstelle der Pazifischen und der Australasiatischen Erdkruste, woraus sich immer wieder Erdbeben und darauf folgende Tsunamie ableiten. Vom 15.- 18. März 15 wütete der Zyklon „PAM“ mit über 300 km/h über der Inselgruppe.

7.7.15 6:00 am Morgen….viele Stimmen um unser Boot… wir gucken aus den Seitenfenstern unserer Koje… da paddeln 15-20 Fischer in Holzbooten, die allein von der Breite keinen Gramm Körperfett zuviel zulassen –  um unser Boot. Fischfang – und wohl auch Neugierde – ist angesagt. Diese Boote sind wie zu Urzeiten aus einem Stamm geschlagen; mit einen Seitenausleger für die Stabilität.

Wir sind in Vanuatu auf der Insel Tanna. Gestern Abend sind wir hier in tiefster schwarzer Dunkelheit im strömenden Regen angekommen. Froh waren wir über die Wegpunkte / Koordinaten, die uns die ARC vorher gegeben hat. Weder bei Navionics,  noch bei I-Sailor sind die Maps besonders hilfreich. Unser neuestes „Spielzeug“ ist, dass Jens die Ausschnitte der Bay’s aus Google Earth runter lädt und dann über die Karten des Navigationsprogramm drüber legt. Das hat den riesigen Vorteil, dass man die Riffe und Steine sehr gut sehen kann. Das ist allemal besser, als im Blindflug – ohne genaue Karten – in die Buchten zu fahren.

Gut organisiert wurde die Immigration von der ARC… mit der ersten Begegnung mit den Bewohnern. Das, und auch der spätere erste Besuch im Dorf – mein Gott Leute, uns geht es so unglaublich besser. Das ist ein Kontrast, da schleicht sich der Gedanke ein, dass wir sehr froh sind, in Deutschland geboren zu sein. Aber bei allem einfachen Leben, bei aller Armut – die Menschen sind sehr, sehr freundlich. Ich hatte eine Tüte Lutscher in der Tasche… eine Tüte für diese vielen Kinder. Es ist einfach immer Enttäuschung; es ist eben nicht genug. Nur das herumliegende Papier der Lutscher, das ist wohl überall gleich. Das Papier habe ich lieber wieder mitgenommen, bevor es stört in dieser wunderbaren grünen und satten Vegetation.

Da ist Sarah, die ein Café eröffnet hat. Das Alte wurde vom Zyklon völlig zerstört. Das Gebäude – wie auch fast alle anderen Bauten sind aus Holzbretter und Bastmatten. Diese können wahrscheinlich keine 100, geschweige denn 300km/h aushalten. Sie hat aber wieder begonnen, mit nicht viel mehr als einem Tisch.

Die Schule steht noch so da, wie kurz nach dem Zyklon; warum eigentlich. Jetzt wird eine neue Schule in einem großen Zelt genutzt, welches Unicef aufgestellt hat.

Man sieht überall die Zerstörung, aber keine hoffnungslosen Menschen. Bei dem Zyklon sind drei Menschen in dem Dorf gestorben und er hat wohl die Existenz der meisten Einwohner zerstört. Da werden unsere vielen Spenden nur ein Klecks sein. Hoffentlich werden die vielen Hämmer, Äxte, Sägen, Nägel und und und auch genutzt.

Hier gibt es noch einen aktiven Vulkan Mount Yasur, den wir uns unbedingt ansehen möchten. Gerade ist aber hier ziemlich schlechtes Wetter – Regen und es ist recht kühl. Wir müssen noch ein wenig warten, bis die Wege trocken sind.

Das war unser erster Tag hier auf der Insel Tanna – und wir sind tief berührt. Es gibt sicherlich auf dieser Erde noch größere Kontraste als den heute erlebten. Aber ganz bestimmt ist es anders, wenn man selbst da steht wie ein Weihnachtsmann. Mit eine Tüte Lutscher in der Hand, nur weil wir zufällig woanders geboren wurden.

 Genießt den Sommer – Eure GarliXe