Tour: Australien Richtung Norden: Cairns – Low Island – Flattery Bay –  16.8.15

In Ergänzung zum bekannten Sprichwort „Lobe den Tag nicht vor dem Abend“ kommt für uns heute hinzu: “Verfluche den Tag nicht aus der Koje heraus!“.

Heute morgen wollten wir früher los; der Wecker war auf 5:30 gestellt – aber der Wind heulte aus „allen Rohren“, so dass wir die Sache noch etwas abgewartet haben. Dem Geräusch nach nicht besser starteten wir um 6:30 aus der Flattery Bay – .und …. bei toller Sonne und 20-25kn Wind aus Südost fliegen wir nur mit Großsegel jetzt Richtung Norden.

Beim Frühstück kam eine große Schildkröte vorbei – schaute kurz mal hoch. Wahrscheinlich ist das eine ungeheure Unruhe für sie! 20sm vor uns segelt AYAMA – jetzt wir – und in 20sm HUGUR und ALLEGRO. Die ARC Familie findet langsam wieder zusammen – gut so.

Wir sind aus Cairns gestartet; erstes Ziel die Low Island. Erwähnenswert nur deswegen, weil wir auch nach einem Jahr Ebbe und Flut doch immer wieder überrascht werden. Es ist logisch und aus dem Wort „low“ unschwer zu erkennen – die Insel ist bei Flut einfach mal weg. Wir haben eine der drei guten Moorings erwischt und waren froh, geschützt hinter der Insel zu liegen – bei 25kn Wind sind dann eben auch hier Wellen. Am Abend bin ich schon mit leichter Seekrankheit in die Koje gegangen; lesen war nicht – es schaukelte ausgesprochen ungemütlich. Die Insel war weg und die Wellen kamen drüber.

Australien ist echt groß – Strecken sind das hier! Aber wir möchten bis zum nördlichen Cup möglichst in Tagestouren den Weg zurück legen. Da kommt uns die Geschwindigkeit von unserem Boot sehr entgegen; in der Helligkeit von 11 – 12 Stunden 90-100sm zurück zu legen, ist schon eine lange Strecke. Wir sind jetzt beim 14. Breitengrad Süd und die Landschaft verändert sich. Aus „Groß Schweden“ wird „Groß Lanzarote“ – es ist sehr karg hier. Karg ist auch die Landschaft der Häfen – es gibt nämlich keine; Wifi auch nicht. Das bedeutet, dass wir die 10 Tage bis Darwin immer nur in Ankerbuchten halt machen. Das bei mittlerweile fast 30kn Wind ist nicht immer kuschelig.

Kleine Katastrophe am Rande – gestern waren wir nach gut 10h und 92sm froh in der Flattery Bay anzukommen. Aufgrund eines davor liegenden Riffs mussten wir 2sm gegen an Motoren; was an sich schon blöd war (28-30kn Wind). Der Wind wurde hinterm Berg etwas weniger, Anker rein und – was ist das für eine schwimmende Schot im Wasser? Diese hatte sich ins Bugstrahlruder vernuddelt. Also – musste der arme Jens ins Wasser (waren keine Krokodile in Sicht) und alles entwirren. Wieder sind wir froh und dankbar über unseren Freedriver, der bis zu 10m Wassertiefe Luft spendet. Das musste ja irgendwann passieren; obwohl wir gerade auf die vielen Leinen sehr aufpassen. Aber besser so, als in den Propeller. Über diese Variante denke ich mal nicht nach.

So, wir sind kurz vor der Anlandung in die Flinders Island. Immerhin sind das zwei Inseln, die eine gewisse Höhe haben. Wir wollen dazwischen ankern – hoffentlich wird’s gut.  Jens und die GARLIX haben die Strecke heute gut gemeistert. Der Wind wurde mehr, immerhin bis 30kn Wind genau von achtern; also ständige Halsengefahr. Ab und an denkt unsere GARLIX dabei – glaube ich – dass es ein Flugzeug geworden ist. Erst kurz vorm Abheben erkennt sie ihren Irrtum und geht wieder auf normale Geschwindigkeiten zurück. Unsere GARLIX passt einfach gut zum Flugzeugkapitän Jens – ach nein – er ist ja auch „nur“ ein Segelbootkapitän. Aber beide hatten ihre Freude miteinander. Ich denke an den Ausspruch meiner Schwester: Es ist wie auf einer Jolle. Ja, heute war es ganz schön „jollig“.

Bis später – Eure GarliXe

Ach ja, eins müssen wir revidieren – es gibt hier doch Wellen. Ganz schön anständige Nordseewellen�; je nach Riffvorkommen.