Tour: Leg 15: Kapstadt – St. Helena – San Salvador / Brasilien / Strecke gesamt: 3.600sm / Strecke einzeln: Kapstadt – St. Helena: 1700sm, St. Helena – Salvador: 1.900sm 

11.1.16 noch 1.000sm bis St. Helena.

Endlich habe ich die Lösung gefunden, warum soviel Boote einen weiblichen Namen haben. Meine bisherige Erklärung war, dass das eine Entschuldigung der Männer ist, weil sie soviel Zeit auf den Booten verbringen. Ansonsten ist ein Segelboot ja eher sächlich und nur in der Mehrzahl weiblich. Aber heute hat es „klick“ gemacht. Neben diesem freudlosen Wetter der letzten Tage (ich verstehe die Leute einfach nicht, die über 30kn toll finden), kamen aus dem „Bereich Ruder“ komische Klopfgeräusche.

Jens machte tägliche Ausflüge bei schaukelnden 3-4m Wellen in die Backkiste – aber die Ursache war einfach nicht zu finden. Dabei hatten wir in Kapstadt beide Ruderlager gewechselt und dann das Ergebnis – und vor uns liegen noch 2900sm bis Brasilien. Heute endlich nur noch 20kn Wind. Also wieder alles ausgeräumt, alles nachgezogen und – es klopft weiter. Immer bei Ruderbewegungen Richtung Steuerbord und Kränkungen über 20 Grad klopft es achtern. Ein Geräusch, was nicht gut schlafen lässt. Dann endlich hatten wir es soweit lokalisiert, dass es irgendwie aus dem oberen Ruderlager kommt. Tja und da haben wir dann zwei Fixierungsschrauben entdeckt, die man noch ca. eine halbe Umdrehung mehr festziehen konnte. Mehr war’s nicht – echt! Keine zehn Schrauben und auch nicht total locker. Es war einfach nur so wenig und dann diese klopfenden Hammergeräusche. Das ist doch schon ein wenig „prinzessinenhaft“, oder?

Jeder, der jetzt denkt, dass ist ja einfach zu finden, irrt gewaltig. Ein Boot ist wie ein Klangkörper. Eine rollende Büchse an die Bordwand verursacht ähnliche Geräusche. Wir sind zumindest happy, werden in St. Helena alles noch mit Sikaflex einbetten und hoffen, dass die Story Ruder jetzt vorerst erledigt ist.

Die Stimmung ging auch ansonsten steil nach oben. Der Wind pustet wieder vernünftig mit 20kn aus Süd, bzw. Südost. Die Skiunterwäsche konnten wir ausziehen, langsam wird es wieder „wohl fühl warm“. Interessant ist auch, dass sich das Wasser von 13 Grad in Kapstadt auf 22Grad 150sm weiter erwärmt hat. Die Natur und das Wetter um Südafrika sind sehr Besonders und stehen auf unserer Hitliste nicht ganz oben.

Außerdem werden wir heute Abend dreistellig bzgl. der noch zu segelnden Meilen bis St. Helena. Also bis später – Eure GarliXe