Tour: Santa Cruz – Hiva Oa – Gesamtstrecke ca. 2980sm, aktuell noch ca. 1.900 sm 

Uns gibt‘s noch, als kleiner Punkt auf diesem großen Wasser. Hinter uns liegen schon mehr als 1.000sm – rd. 2.000 noch vor uns. In unserer Kajüte hängt ein (Badeball)Globus, da ist die Fläche des Pazifiks ausgesprochen dominierend. Der Pazifische (Stille) Ozean erhielt seinen Namen vom portugiesischen Seefahrer Magellan, der in diesen Gewässern mehrfach Flauten erlebte. Die Ausmaße des Ozeans sind beeindruckend und aus unserer Position heraus etwas erschreckend. In Nord – Süd Richtung erstreckt er sich über 15.000km und von West nach Ost sind es ca. 18.000km. Sämtliche Landflächen hätten in seinem inneren Bereich Platz. Die tiefste Stelle misst 11.022m (Mariannengraben); im Durchschnitt ist er 4.200m tief. Er enthält 700 Mio. Kubikmeter Wasser, das sind 3,5 Trillionen volle Badewannen. Angesichts dieser gewaltigen Wassermassen, ist doch die Frage berechtigt, warum die Erde nicht Wasser heißt, oder? Wer Lust hat, kann ja mal versuchen, unseren aktuellen Standort auf dem Globus zu suchen: 06°15‘ S und 106°40‘ W (10.3.15 – 22:00 MEZ).

Bei uns siehts gut aus, die Sonne scheint wieder und die Sqalls (starke Windböen) werden auch weniger. Gestern war Jens im Mast oben – bei 15kn Wind und 2-3m hohen Wellen. Eindeutig kein Spaß. Er wollte aber mal gucken, was das Problem ist mit der Rollvorrichtung. Ergebnis: nicht das Drucklager ist kaputt, sondern die Schiene (wo das Segel eingefädelt wird) hat sich um ca. 30cm gesenkt. Das ist passiert, weil sich die drei Fixierungsschrauben (unten) gelöst haben!! Die Schrauben konnten wir ersetzen und die Schiene wieder hochschieben. Das ist erstmal gut, dumm ist nur, dass er nun noch mal da hoch muss, um das obere Lager in die Schiene einzufädeln. Das heben wir uns noch auf … . So spaßig war das nämlich nicht. Er hat sich am Vorstag hochziehen lassen. Dort kann er sich auch mit der Lifeline festbinden. Am Mast wäre das unmöglich bei den Schiffsbewegungen. Unbedingt zu empfehlen wäre ein Helm, den wir aber leider auch nicht haben.

Heute (10.3) ist vergleichsweise schon viel passiert. Ein AIS Signal auf dem Plotter (!!!!) – ein japanischer Fischer und ein Schiff in Sicht querab ohne Radar oder AIS. Das Segeln auf dem Pazifik ist also überhaupt nicht zu vergleichen mit der Segelei auf der Ostsee, wo man ständig Schiffen ausweichen muss. Das wiederum ist aber auch gefährlich, man verfällt in eine Art Lethargie …. wird schon nichts sein… Eigentlich passen wir in der Nacht mehr auf, als am Tage.Also, wir rechnen schon langsam unser Ankunftsdatum aus, was ziemlich ambitioniert ist, bei noch 2000sm zu segelnde Strecke.

Viele Grüße aus der (gefühlten) Endlosigkeit! Eure GarliXe