Tour: Santa Cruz – Hiva Oa – Gesamtstrecke ca. 2980sm, aktuell noch ca. 1.700 sm

Es ist nicht so, dass wir das Abbiegen vergessen haben – nein, nein – es gibt natürlich Gründe, warum wir zur Zeit das nördlichste Boot der Flotte sind.  Unsere Segelstrategie setzt sich aus folgenden Punkten zusammen:

  1. performen der Segel (hier haben wir mit dem gerissenen Genacker und dem problematischen Furler natürlich erstmal Minuspunkte gesammelt),
  2. tägliche Wetterdaten von „WetterWelt“,
  3. der kürzeste Weg
  4. Strömung und Wellenhöhe

Das Wichtigste sind allerdings die Segeleigenschaften von unserer XP44; die nicht soviel Wind benötigt, um schnell zu segeln. Unsere GARLIX erreicht den besten Speed bei ca. 130° wahren Wind (die Windrichtung, wo der Wind wirklich herkommt), bzw. 90° scheinbaren Wind (die Windrichtung nach Verrechnung mit der Bootsgeschwindigkeit).  Laut Polardiagramm von X-Yacht sollten wir einen Speed von 9,71kn bei 14kn Wind und 130° wahren Wind erreichen. Diese erreichen wir mit dem voll beladenen Boot natürlich nicht. Ausserdem fehlt uns ja auch der Genacker. Wir segeln zur Zeit nur mit Großsegel und Fock (die wir zur Zeit noch nicht wieder eingerollt kriegen) Nach Auswertung der Monatskarten des Pazifiks für diesen Raum (diese Karten gibt es für alle Ozeane; dort sind Wind und Strömung der letzten 50 Jahre erfasst und dargestellt) ist am Äquator sehr wenig Wind (Doldrums) und südlich vom Äquator nimmt der Wind zu.

Täglich bekommen wir über SSB Funk (Kurzwelle) die Wetterdaten von WetterWelt (als Gribdaten). Demnach ist im Süden tatsächlich mehr Wind; aber nur ca. 1-2kn mehr. Aufgrund der Tatsache, das bereits 14kn Wind ausreichen, um anständig schnell zu segeln, lohnt sich der Umweg nach Süden aus unserer Sicht nicht. Laut Polardiagramm segelt die XP bei 16kn Wind nur 0,37kn schneller, als bei 14kn Wind. Ausserdem sind die Wellen bei 14kn Wind auch geringer, dadurch wird das Leben auf dem Boot angenehmer.

Nun noch kurz zur Strömung; die wir hier sehr zu schätzen gelernt haben. Da gibt es den Humboldstrom, der das kalte Wasser vom Südpol entlang der Küste von Südamerika transportiert und dann links abbiegt und entlang des Äquators den Weg Richtung Westen einschlägt. Nach unserer Recherche ist der Humboldstrom zwischen dem 5. und 8. Längengrad am Höchsten, also dort, wo wir gerade sind. Dadurch, dass wir nicht so sehr in den Süden gefahren sind, nehmen wir auch den kürzesten und direktesten Weg nach Hiva Oa. Der Wind soll zum Ende auf Süd-Ost drehen, so dass wir dann Anluven können und unseren Speed beibehalten können (Leebogen).

Soweit also zur Theorie; wir werden sehen, wo und wann wir am Ende ankommen. So schlecht liegen wir nicht im Feld; wenn man bedenkt, dass wir an einem Tag nur mit Großsegel segeln konnten. In den letzten Tagen haben wir immer Etmale um und über 200sm; damit sind wir zufrieden.

Wir hoffen, Euch geht es gut. Wir melden uns wieder – Eure GarliXe

PS: das war der weiblich geschriebene Blog von Jens – habt Ihr schon erkannt, stimmt‘s?

PPS: morgen haben wir Halbzeit mit den Seemeilen! jipii