Tour: Reunion – Richard Bay / Südafrika / Strecke gesamt ca. 1.350sm / aktuell noch rd. 350sm / 7.11.15

Jetzt, zwei Tage, einige hundert Meilen und eine Dusche später schnellt der Stimmungspegel rasant nach oben!! Wir sind die Bedürfnispyramide einige Etagen nach oben gerutscht; es ist wieder Leben in diesem Segelleben. Der Wind hat wie erwartet gedreht und hat sich von der Stärke her halbiert. Es gab wieder Spiegelei zum Frühstück – ein eindeutiges Syndikat dafür, dass das Leben hier gut läuft. Jetzt liegen noch 350sm vor uns; leider schaffen wir es nicht zum Sonntag Abend. Aber egal, lieber sicher und heil. Das mit dem „heil“ ist nicht selbstverständlich. Wir sind mit 13 anderen Booten in Reunion gestartet – da passiert schon Einiges.

Bei ARETHA an Bord hat sich die kleine Tochter (3 Jahre) eine dicke Platzwunde am Kopf beim Sturz zugezogen. Per Funk wurden Ratschläge erteilt.; Ärzte sind auch in der Bootsflotte. In der gleichen Nacht (alles natürlich in der ersten Sturmnacht), sind einige Einzelkardelen der Unterwante gebrochen. Dieses Drama bei ständigen 30-35kn Wind. Was tuen. AYAMA hatte eine Ersatzwante und entsprechende Klemmen, um diese fachmännisch zu ersetzen. Dumm nur, dass AYAMA 50sm hinter ARETHA war. Also wurde ein Rendezvous auf dem Wasser arrangiert, bei einem heißen Manöver und ca. 3-4m hohen Wellen kam es zur Übergabe der notwendigen Teile. Inzwischen ist alles repariert und die Tochter springt auch wieder umher.

Bei CHAT EAU BLEU (Katamaran) hat sich ein Bordfenster gelöst; sie hatten sozusagen ein dickes Loch im Boot. Sie konnten es mit Eigenmittel reparieren.  Bei HUGUR kam durch die TV Anlage Wasser ins Boot und brachte den Inverter zum Rauchen – aber oh Wunder, er geht noch. Gehen da nicht die Fragezeichen im Kopf an – durch die TV Anlage?? Inzwischen glauben wir ja alles, was so passieren kann. In diesem Fall liegt es wohl am durch geschraubten Teakdeck, wo die Schraublöcher etwas undicht sind. Da alle Boote zwei Tage lang eine hohe Affinität zur Unterwasserwelt hatten (wir wurden alle um- und überspült), kam durch jeden kaum vorhandenen Ritz Wasser ins Boot. Gleichzeitig haben sie Probleme am Großsegel; müssen jetzt ohne segeln. Bei ALLEGRO hat sich der Generator verabschiedet; auch ein dummes Problem. Hoffentlich haben die Ferntips von anderen Booten mit gleichem Generator geholfen.

Auch für uns ist der Segelmacher in Südafrika schon bestellt. Unser Vorsegel sieht sehr mitgenommen aus, der Code Zero ist (wieder einmal) gerissen und die Sprayhood hat es halb zerfetzt.  Wir sind also jeden Tag froh, wenn wir und die anderen Boote am Abend in der Funkrunde sagen können „everything is well on bord“. Wohl wissend, dass das nicht selbstverständlich ist.

Also, drückt uns die Daumen für die letzten 350sm. Wir tuen es auch für Euch – Passt auf Euch auf – Eure GarliXe